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Die Aufgaben des Ministeriums für Soziale Wohlfahrt, Gender und Kinder während der Ebola Krise

Dies ist meine Deutsche Übersetzung des Interviews mit Doris Mansary die Regionale Trainings- und Aufklärungs-Beauftragte des Ministeriums für Soziale Wohlfahrt, Gender und Kinder. Wenn ihr das Video abspielt könnt ihr durch den Klick auf CC die Untertitel auch auf deutsch stellen.

Ich bin Doris Mansary, die Regionale Trainings- und Aufklärungs-Beauftragte des Ministeriums für Soziale Wohlfahrt, Gender und Kinder. Als Ministerium stehen wir der psycho-sozialen Säule vor. Diese ist allgemein bekannt als die Kinderschutz, Soziale Wohlfahrt und Gender Säule. Es ist eine der Säulen die die Ebola Task Force des Distrikts Kailahun bilden. Als Ministerium führen wir viele Aktivitäten durch gemeinsam mit Akteuren des Kinderschutzes.

Unsere Säule ist verantwortlich für die psycho-soziale Unterstützung von Ebola-Überlebenden, aber auch für betroffene Familien und Kinder, die in von Ebola betroffenen Familien leben. Wir haben eine Serie von Komponenten und Aktivitäten im Blick. Ich möchte über den FTRR Aspekt sprechen, Familien finden und zusammen führen, der von unserer Säule durchgeführt wird. Wir haben eine Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen, die für die Behandlung von Ebola-Infizierten verantwortlich sind. Manche erreichen das Behandlungszentrum alleine mit ihren Kindern. Manche der Kinder sind tatsächlich auch positiv, andere aber noch negativ.
Wir betreiben zwei Häuser. Als Ministerium leiten wir das OICC, Beobachtungs-Interim-Pflegezentrum, und dann das Interim-Pflegezentrum. Wenn Kinder mit ihrer Familie in Quarantäne sind, greifen wir ein als Ministerium und bitten darum, uns die Kinder zur Beobachtung zu übergeben. Im Beobachtungs-Zentrum überwachen wir sie dann für 21 Tage, genau wie in der normalen Familien-Quarantäne. Nach einer Beobachtung von 21 Tagen werden die Kinder wieder mit ihren Familien vereint, wenn sie keine Symptome zeigen. Zeigen sie aber Symptome, rufen wir automatisch Ärzte ohne Grenzen an, da wir als Ministerium mit ihnen diese Partnerschaft eingegangen sind. Ärzte ohne Grenzen kommunizieren dann mit dem Gesundheits-Management-Team, so dass eine Ambulanz geschickt wird und das erkrankte Kind abholt und in das Behandlungszentrum bringt.
Im Beobachtungs-Zentrum haben wir Ebola-Überlebende angestellt. Ebola-Patienten sind keine Bedrohung für sie. Im Beobachtungs-Zentrum arbeiten drei Überlebende, die die Kinder in Quarantäne pflegen und auch die Kinder, die aus der Quarantäne entlassen wurden. Im Falle, dass sie doch Symptome entwickeln, können die Ebola-Überlebenden zumindest mit ihnen arbeiten bis sie von der Ambulanz abgeholt werden.

Im Interim-Pflegezentrum leben Kinder, die sich mit Ebola angesteckt hatten, aber mittlerweile als geheilt entlassen wurden. Für eine Übergangszeit kommen sie zu uns. Wir bieten ihnen psychologische Hilfe an, sprechen über ihre Probleme und helfen ihnen, sich von der belastenden Situation, der sie im Behandlungszentrum ausgesetzt waren, zu erholen. Wir lassen sie natürlich auch spielen, denn Spielen hilft den Kindern sehr dabei, sich wieder zu erholen. Gleichzeitig beginnen wir damit, ihre Familien zu suchen. Da viele Kinder mit ihren Eltern ins Behandlungszentrum kommen, sind einige zu Waisen geworden. Sobald sie ins Interim-Pflegezentrum kommen, beginnen wir damit, ihre Familien ausfindig zu machen. Wenn wir ihre Familien identifizieren können, vereinen wir die Kinder wieder mit ihren Verwandten in den lokalen Gemeinden. Vielleicht haben Sie bemerkt, dass hier nicht sehr viele Kinder leben zurzeit. Das liegt daran, dass wir die Kinder so schnell wie möglich zu ihren Familien zurückführen. Das ist ein Aspekt den wir bearbeiten im Rahmen der psychosozialen Säule im Kampf gegen Ebola.

Ein zweiter Aspekt ist das Problem der Stigmatisierung. Frauen, Kinder oder Familien, die von Ebola geheilt wurden haben oft Probleme, wenn sie in ihre Gemeinden zurückkehren. Aus Angst vermeiden die anderen Dorfbewohner die ehemaligen Patienten, sie wollen sie nicht wieder in ihrer Gemeinde akzeptieren. Sie vermeiden sie, sie wollen nicht länger etwas mit ihnen zu tun haben. Natürlich fühlen sich die Opfer diskriminiert. Als Ministerium haben wir andere Akteure identifiziert, die sich im Bereich Schlichtung und Trost spezialisiert haben. Das Rote Kreuz Sierra Leone hat 70 Gemeinde-Schlichter, die psychologische erste Hilfe leisten. Das Ministerium arbeitet mit anderen Akteuren, wie z.B. Save the Children International, Plan Sierra Leone. Wir stärken außerdem die Kapazität der Gemeinde-Schlichter. Wenn es Fälle von Stigmatisierung gibt, kommen die Gemeinde-Schlichter und bieten schlichtende und unterstützende Gespräche an. In extremen Fällen, wenn ein Bedarf für persönliche Beratung besteht, können sich Menschen an uns wenden und wir arrangieren eine Beratung unter vier Augen. Wir haben auch Fälle von geheilten Patienten, die sich danach nicht normal verhalten, im psychologischen Sinne. Wir beobachten auch andere klinische post-Ebola-Symptome. Manche klagen über Probleme mit den Augen, andere fühlen sich nicht normal. Manche verhalten sich absonderlich. Manche klagen über Schmerzen im Körper. Das sind alles Symptome, die nach der Heilung auftreten können. In solchen Situationen bieten wir Beratungen unter vier Augen an, helfen ihnen, bis sich ihr Zustand stabilisiert hat und sie zurück in ihre Gemeinden können.
Ein weiterer Aspekt unserer Arbeit sind Hilfspakete, die wir Kindern im Interim-Pflegezentrum bei ihrer Entlassung mitgeben. Das Hilfspaket besteht aus gebrauchter Kleidung, Küchenutensilien, Spielzeug wie Bälle oder Teddy Bären. Diese Dinge kommen alle in das Paket. Die gleiche Unterstützung bekommen Kinder, die während der Quarantäne in betroffenen Familien verblieben sind.

Und für die Überlebenden arbeitet das Ministerium mit UNICEF zusammen. Vor zwei Wochen hatten wir eine Ebola-Überlebende-Konferenz. Überlebende aus dem Distrikt Kailahun haben ihre Erfahrungen mit uns geteilt, sie haben uns genau erzählt, was sie durchmachen musste, als sie erfahren haben, dass sie Ebola haben, als sie dann behandelt wurden, und auch, was sie durchmachen mussten nach ihrer Entlassung. Die Überlebenden haben uns außerdem gezeigt, wie sie als Botschafter im Kampf gegen Ebola eingesetzt werden können, um Ebola ein für alle Mal aus Sierra Leone zu vertreiben. Und als die Konferenz zu Ende war, hatten wir auch ein Hilfspaket für sie. Denn wenn jemand als symptomatisch in ein Behandlungszentrum gebracht wird, wird der Haushalt desinfiziert. Das Desinfektionsteam muss dabei einen großen Teil des persönlichen Beisitzes zerstören. Wenn Patienten wieder gesund werden haben sie oft einen Großteil ihres Besitzes verloren. Das Ministerium für Soziale Wohlfahrt hat gemeinsam mit UNICEF ein Hilfspaket zusammengestellt, um in diesen Fällen zu helfen. Es besteht aus Second Hand Kleidung, Matratzen, Eimern, Reis. Diese grundlegenden Dinge stellen wir zusammen und wir suchen immer noch nach Partnern die uns weiter unterstützen können, denn wir können nicht das gesamte während der Desinfektion verlorene Eigentum ersetzen. Noch vor kommendem Wochenende wollen wir außerdem finanzielle Unterstützung anbieten. Es wird nur ein kleiner Betrag sein, eher eine Geste. Sie machen viele Probleme durch in ihren Gemeinden. Neben den Hilfsmaterialien, die sie benötigen, brauchen sie auch jemandem, mit dem sie über all ihre Probleme sprechen können. Manche Menschen haben bis zu 25 Angehörige an Ebola verloren.

Wir haben Waisen, so viele Waisen aufgrund von Ebola. Die Kinder verbleiben meist in ihren Dorfgemeinschaften, sie bleiben bei anderen Familienmitgliedern, aber bedenken Sie: Jedes Kind ist eine zusätzliche Belastung für die Familie, die sie aufnimmt. Zum Beispiel hatten wir hier eine Familie, die fünf Kinder aufgenommen hat, zusätzlich zu ihren eigenen Kindern, das ist schon eine ernste Belastung. Das wird eine Menge sozialer Probleme verursachen. Es geht um Hilfsmaterialien, es geht um psychologische Beratung. Das ist wirklich ernst und wir als Ministerium suchen weiterhin die Unterstützung weiterer Partner, die mit an Bord kommen möchten. Wie z.B. die Welthungerhilfe, die sich hier wirklich nützlich gemacht hat.

Die Kinderbetreuerinnen hier arbeiten alle auf freiwilliger Basis. Aber natürlich haben sie auch ihre eigenen Familien. Wir verhandeln mit Akteuren und suchen jemanden, der ihnen eine Vergütung anbieten kann, vielleicht in Form von Nahrungsmitteln oder in irgendeiner anderen Form, nur um sie sorgenfreier ihrer Arbeit mit den Kindern nachgehen lassen zu können.
Das sind die grundlegenden Dinge, die wir tun, wenn wir über die psychosoziale Säule sprechen im Kailahun Distrikt.

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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The role of the ministry of Social Welfare, Gender and Children Affairs in the Ebola Outbreak

Julia has interviewed Doris Manary the Regional Training and Advocacy Officer for the Ministry of Social Welfare, Gender and Children Affairs. Together with Julia I have transcribed the video and added subtitles for a better understanding.

I am Doris Mansary, the Regional Training and Advocacy Officer and I work for the Ministry of Social Welfare, Gender and Children Affairs. As a ministry we are heading the psychosocial pillar. It is commonly known as the child protection, social welfare and gender pillar. It is one of the pillars that make up the Ebola Task Force Team in Kailahun District. And so we have a lot of activities that we do as a ministry together with child protection agencies.

Our pillar is responsible to ensure or provide psychosocial support for Ebola survivors but also Ebola affected families and children that are within Ebola affected families. What we do is, we have a series of components and activities that we look at. I would like to talk about the FTRR aspect, the Family Tracing and Reunification aspect which our pillar is also doing. We had an agreement with MSF (medicals sans frontiers) who is responsible to treat Ebola infected persons. Once they arrive at the MSF Treatment Centre they come alone with children. Some children are indeed positive of Ebola, others are negative.
So we have two houses that we are running. As a ministry we are running the OICC, Observational Interim Care Centre and then we have an ICC that we refer to as the Interim Care Centre. Now for the Observational and Interim Care Centre. This is when children and families are in quarantine, we go in as a ministry and ask them to hand over the children to come to the Observation and Interim Care Centre. It is in this centre where we also monitor them for 21 days like the usual what family members go through. So once we are able to observe them for 21 days and they are not symptomatic at all we work with the families again and we reunify them back to their families. But in the event where they are symptomatic, like when they are going to the Observation and Interim Care Centre we automatically call MSF because we have that establishment between MSF and the Ministry of Social Welfare. So we call on MSF and they will communicate to the districts’ Health Management Team so they send an ambulance and pick up the child that becomes symptomatic in the OICC.

In the Observational Interim Care Centre we have employed the services of survivors – Ebola survivors. So patients oppose no threat to them. We have like three working in the Observational Interim Care Centre who provide care for children who are under quarantine or children that are discharged as non-case. So if they become symptomatic at least the Ebola survivors who work with them can manage them until they are picked up by the ambulance.

And for the Interim Care Centre these are children who are infected by the Ebola virus but they got cured from the Treatment Centre and we receive them and they come into the ICC for a transition period. While they are at the ICC we provide psychosocial counselling services for them to talk about their issues, help them to recover from whatever stressful situation they experience while they were at the Treatment Centre. We also introduce them to play, the right to play, because we know recreation helps them a lot to recover. At the same time we start family tracing for other family members. Because some children who come to the Treatment Centres with their families had parents who died in the Treatment Centre. So the kids become orphans. Once they come to the Interim Care Centre we start family tracing. When we are able to identify the family members we reunify them back into their family at the local communities. So you come to realize that we don’t have too many children in the Interim Care Centre. This is because we reunify them as soon as we identify their families. So that is one aspect of what we do in the sense of psychosocial support to fight this Ebola.

The second aspect is: There is this issue of stigma and shame. There are women or children or families who get cured from Ebola. When they go back to their communities, out of fear community people don’t want to accept them back. They shun away from them. They don’t want do associate longer with them. So they feel discriminated at. So what we are doing as a ministry, because we are working together with other child protection agencies, we have agencies that we have identified who are professional people in counselling. So the Sierra Leone Red Cross has up to 70 community counsellors on psychosocial first aid. Now the ministry works with other agencies like Save the Children International, Plan Sierra Leone. We also build the capacities of community people. So when there is this issue of stigma and shame these community counsellors go in and provide supportive talks. In a situation where we have extreme cases where someone is in need for a personal counsellor then they can refer to us and we provide one to one counselling. We have instances where some ladies got cured and they started behaving abnormal as if they are becoming crazy. We also observe post Ebola symptoms that were identified as medical symptoms. Some are coming, they are having problems with their eyes, eye sight problems. Some complain that they don’t feel normal. Some are behaving abnormally. Some continue to complain body pains. These are all issues that they are having even if they are cured. So for situations like that we provide one to one professional counselling with the client, talk to them, help them, until they are stabilized and they go back to their community.
And as a relieve aspect in the work that we do, for every child that comes into the ICC, when the child goes to reunification, we put a package together that we refer to as reunification package. And the child goes with that package. In that package there are just basic materials that are there, used clothing, kitchen utensils, those are basic things. Recreation materials like balls, teddy bears, they are all in that package. So we give that bag, they go along. At the same time we also provide the same support to children that are within affected families in the communities.

And now, for the survivors, what the ministry has done, we work together with UNICEF for the Ebola survivors. Some two weeks ago, we had an Ebola survivors’ conference, where the survivors converged in Kailahun District and they shared their experience with us. Tell us exactly what they went through when they told them that they had Ebola, when they were in the Treatment Centre what they went through and now that they are recovered. But also in that conference the survivors were able to tell us how they can act as ambassadors to help fight Ebola once and for all in Sierra Leone. So it was a very useful conference that we had with them. But when they were leaving we also had a package that we gave to them. When they identify somebody who is symptomatic, if they go to disinfect the community or the house, they will destroy personal properties. The disinfection team. It’s not deliberate, it’s just the ideal situation. So when this people come back when they recover they have lost a lot of their personal properties. The Ministry of Social Welfare together with UNICEF decided to put a package together to see how we can help. It is comprised of used clothing, matrasses, buckets, rice. Those basic things we put together and we are still searching the support of other people to come in because we cannot match up with all the property they lose during the time of disinfection. So, we also provide that kind of service and maybe before this weekend we are also going to provide some kind of financial support. It’s something small, it’s just to appease them. They are going through a lot of problems in the community. On top of all the materials supporting them, they require also people to talk them through their problems all the time. Because there are some family members who will tell you they lost up to 25 people to Ebola.

We have orphans, so many orphans now as a result of Ebola. And so this children are in their communities, they are with other family members, but remember, it’s an additional burden for this family member who is taking, like the family we have now, they take five children, add them to your own children, its serious altogether. So there is going to be a whole lot of social problems, they’re having. Around material support, around the counselling services that we talked about. So it’s really serious and as a ministry we continue to seek the involvement of maybe other partners who come on board. Like when Welthungerhilfe came they have been very useful. For the caregivers, they are just on voluntary service. But they also have their families. So we are also negotiating with agencies who can step in to see, maybe it is food for work, if they can just receive something like food stuff or whatever incentive, just to make them feel relaxed while they do the job. This are the basic things we are doing, we talk about, when we look at the psychosocial pillar in the Kailahun District.

Rene

Rene ist PhD Student und blogger. Er setzt sich fuer freies Wissen und freie Bildung ein. Dadurch ist er auf wikiversity, wikimedia commons und gelegentlich auf der Wikipedia aktiv. Er unterstuetzt Julia ihre Erfahrungen aus Sierra Leone zu verbreiten.

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