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Neue Ebola-Fälle in Liberia

Sierra Leone ist leider nicht das einzige Land, in dem die Ebola-Fälle wieder zunehmen: Liberia hat am 29. Juni einen neuen Fall von Ebola bestätigt, der erste seit dem 20. März! Medienberichten zufolge handelt es sich um einen 17-jährigen Jungen, der am Vortag gestorben war und erst beim Routinetest nach seinem Tod positiv auf Ebola getestet wurde. Dies kam völlig unerwartet, entsprechend hoch ist die Liste der Kontaktpersonen. Die Zahl der bestätigten Fälle ist mittlerweile auf 7 angestiegen. Mehr als 100 Personen sind in Quarantäne.

Immer noch rätselhaft ist, wie sich Ebola für mehr als drei Monate „verstecken“ konnte. Die Ansteckungskette bleibt mysteriös. Laut WHO könnte es sich um sexuelle Übertragung handeln. Da es sich erst nach dem Tod des Jungen herausgestellt hat, dass er an Ebola gestorben ist, ist es nun schwierig, die Ansteckungskette zu rekonstruieren. Um der Sache auf den Grund zu gehen hat die WHO eine genetische Sequenzierung des Virus, der den Jugendlichen getötet hat, vorgenommen. Es hat sich herausgestellt, dass es sich um eine Linie des Virus handelt, die Ende vergangenen Jahres in Liberia auftrat. Es handelt sich also sehr wahrscheinlich nicht um eine Ansteckung über einen Reisenden aus Sierra Leone oder Guinea. Die einzigen plausiblen Möglichkeiten scheinen eine Ansteckung über asymptomatische Ebola-Überträger oder über einen „Survivor“ zu sein.

Wenn ich das alles so bedenke, fühle ich mich veranlasst ein „Tabu“ in West Afrika anzusprechen: Es ist meines Wissens nicht ganz geklärt, ob weibliche Ebola-Überlebende den Virus übertragen können, somit war man davon ausgegangen, dass Männer mehr oder weniger auf der „sicheren Seite“ sind. Aber was ist mit homosexuellen Männern? Sie sind wahrscheinlich dem größten Risiko ausgesetzt, wie z.B. auch bei HIV (bedingt u.a. durch höheres Verletzungsrisiko). Ich habe dazu bisher keine öffentliche Diskussion gehört. Die wenigen Kollegen die ich gut genug kenne um sie nach ihrer Einstellung zu Homosexualität zu fragen, sahen gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung mehr als eine behandelbare Krankheit an und definitiv als „falsch“. Homosexuelle Männer als Ebola-Risiko-Gruppe anzusprechen ist also schwierig – aber auch dringend benötigt aus meiner Sicht. Reuters berichtete folgendes:

„Im Mai hat der Erzbischof Lewis Zeigler der Katholischen Kirche Liberia gesagt: „Eines der größten Vergehen an Gott, für das Er uns in Liberia bestrafen könnte, ist Homosexualität“.

Vielleicht ist es besser, manche Ansteckungsketten im Dunkeln zu lassen – zum Schutz der Opfer.

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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New Ebola cases popping up in Liberia

Unfortunately, Sierra Leone is not the only place where Ebola is picking up again: Liberia detected a new Ebola case on June 29, the first since March 20! According to media sources, a 17-year-old boy had died the day before and a routine test revealed that he had died of Ebola. This came pretty much unexpected and accordingly the number of contact persons is high. The number of new cases had risen to 7 in total. More than 100 people are quarantined.

What is still unknown though is how Ebola could “hide” for more than 3 months. The chain of transmission is still a mystery. According to WHO, it could have been sexual transmission. Because Ebola was detected only after the teenager has passed away, it’s difficult to reconstruct the line of transmission. To find out more, WHO conducted genetic sequencing of the virus that killed the teenager. It turned out to be similar to a strain of Ebola that was detected in Liberia end of last year and this makes a cross-border transmission from Sierra Leone or Guinea very unlikely. The only possibilities seem to be a chain of asymptomatic cases or transmission through a survivor.

Considering all this I want to bring up a “taboo” here in this area of Western Africa: It is unclear yet if female survivors can transmit the virus, and so it was thought that men are more or less “on the safe side”. But what about homosexual men? They are probably at the highest risk, just like with HIV. I never heard this being discussed in public. The few local colleagues I know well enough to ask them about their position on homosexuality looked at it more as a sickness and definitely as being “wrong”. So addressing homosexual men as a high risk group for Ebola is a difficult task – but urgently needed from my point of view. Reuters reported:

“In May, Archbishop Lewis Zeigler of the Catholic Church of Liberia said that „one of the major transgressions against God for which He may be punishing Liberia is the act of homosexuality.”

Maybe it’s better to leave some chains of transmission in the dark – for the sake of the victim.

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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