Kategorie-Archiv: politisches

Neue Ebola-Fälle in Liberia

Sierra Leone ist leider nicht das einzige Land, in dem die Ebola-Fälle wieder zunehmen: Liberia hat am 29. Juni einen neuen Fall von Ebola bestätigt, der erste seit dem 20. März! Medienberichten zufolge handelt es sich um einen 17-jährigen Jungen, der am Vortag gestorben war und erst beim Routinetest nach seinem Tod positiv auf Ebola getestet wurde. Dies kam völlig unerwartet, entsprechend hoch ist die Liste der Kontaktpersonen. Die Zahl der bestätigten Fälle ist mittlerweile auf 7 angestiegen. Mehr als 100 Personen sind in Quarantäne.

Immer noch rätselhaft ist, wie sich Ebola für mehr als drei Monate „verstecken“ konnte. Die Ansteckungskette bleibt mysteriös. Laut WHO könnte es sich um sexuelle Übertragung handeln. Da es sich erst nach dem Tod des Jungen herausgestellt hat, dass er an Ebola gestorben ist, ist es nun schwierig, die Ansteckungskette zu rekonstruieren. Um der Sache auf den Grund zu gehen hat die WHO eine genetische Sequenzierung des Virus, der den Jugendlichen getötet hat, vorgenommen. Es hat sich herausgestellt, dass es sich um eine Linie des Virus handelt, die Ende vergangenen Jahres in Liberia auftrat. Es handelt sich also sehr wahrscheinlich nicht um eine Ansteckung über einen Reisenden aus Sierra Leone oder Guinea. Die einzigen plausiblen Möglichkeiten scheinen eine Ansteckung über asymptomatische Ebola-Überträger oder über einen „Survivor“ zu sein.

Wenn ich das alles so bedenke, fühle ich mich veranlasst ein „Tabu“ in West Afrika anzusprechen: Es ist meines Wissens nicht ganz geklärt, ob weibliche Ebola-Überlebende den Virus übertragen können, somit war man davon ausgegangen, dass Männer mehr oder weniger auf der „sicheren Seite“ sind. Aber was ist mit homosexuellen Männern? Sie sind wahrscheinlich dem größten Risiko ausgesetzt, wie z.B. auch bei HIV (bedingt u.a. durch höheres Verletzungsrisiko). Ich habe dazu bisher keine öffentliche Diskussion gehört. Die wenigen Kollegen die ich gut genug kenne um sie nach ihrer Einstellung zu Homosexualität zu fragen, sahen gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung mehr als eine behandelbare Krankheit an und definitiv als „falsch“. Homosexuelle Männer als Ebola-Risiko-Gruppe anzusprechen ist also schwierig – aber auch dringend benötigt aus meiner Sicht. Reuters berichtete folgendes:

„Im Mai hat der Erzbischof Lewis Zeigler der Katholischen Kirche Liberia gesagt: „Eines der größten Vergehen an Gott, für das Er uns in Liberia bestrafen könnte, ist Homosexualität“.

Vielleicht ist es besser, manche Ansteckungsketten im Dunkeln zu lassen – zum Schutz der Opfer.

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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Ebola und Armut – eine tödliche Kombination

Warum Westafrika? Ebola-Ausbrüche hat es schon häufig gegeben, z.B. in Uganda, aber nie kam es zu einer derartigen Epidemie. Klar scheint aber zu sein, dass die extreme Armut in weiten Teilen Westafrikas ein Faktor war, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass sich Ebola so stark ausbreiten konnte. Wie trägt Armut zur Ausbreitung einer Krankheit bei?

Dazu möchte ich zuerst zwei „Sorten“ von Armut unterscheiden: Zum einen die Armut der Bevölkerung, und zum anderen die Armut des Staates. Es gibt zahlreiche Gründe, warum Sierra Leone als Staat betrachtet kein reiches Land ist, allen voran wohl Korruption. Die Diamantenvorkommen, die Fischgründe und die traumhaften Sandstrände, bestens geeignet für paradieshungrige, europäische Touristen, sollten eigentlich einen wohlhabenden Staat vermuten lassen. Aber wie in vielen afrikanischen Staaten mit reichhaltigen Ressourcen ist leider das Gegenteil der Fall. Kriminalität und Korruption im Handel mit eben diesen Ressourcen halten Länder in ihrer Armut gefangen. So auch in Sierra Leone. Das Ergebnis ist ein kaum existentes Sozialsystem, Krankenhäuser ohne Medikamente oder medizinischer Ausstattung, Schulen ohne Bücher, Straßen ohne Teer. Genau diese drei Faktoren, Gesundheit, Bildung und Transport, tragen maßgeblich zum Ebola-Problem bei.

Es ist offensichtlich, dass wenige und schlecht ausgestattete Krankenhäuser zu einer Ebola-Epidemie beitragen. Die strengen Isolationsmaßnahmen, die nötig sind überfordern die Krankenstationen schlicht. Das alles dann von außen ins Land zu bringen, über ausländische Hilfsorganisationen und Regierungen, braucht Zeit. Genau in dieser Zeit findet aber bereits eine weitere Verbreitung des Virus statt. Auch die mangelhafte Bildung weiter Teile der sierra-leonischen Bevölkerung hat Anteil an der Ausbreitung der Krankheit. Viele Menschen können nicht lesen und können also mit den vielen Informationsplakaten und Zeitungsartikeln nichts anfangen, es sei denn, sie sind sehr gut bebildert. Viele Menschen haben auch schlicht Schwierigkeiten damit, das gesamte Konzept eines „Virus“ als solches zu begreifen. Und es ist ja auch zugegeben nicht ganz trivial, dass ein für das menschliche Auge nicht sichtbarer winziger Partikel einen Menschen dermaßen grausam erkranken lassen kann. Dazu kommt das schlecht ausgebaute Straßennetz. Kranke müssen zügig transportiert werden, aber genau das ist ja kaum möglich. Viele Orte sind praktisch nur per Jeep zu erreichen, manche sogar nur per Boot. Da ist Transport ein Abenteuer.

Zu diesen ungünstigen Voraussetzungen gesellt sich dann die Armut der Bevölkerung. Eine Studie der Njala Universität (http://www.ebola-anthropology.net/case_studies/village-responses-to-ebola-virus-disease-in-rural-central-sierra-leone/) hat gezeigt, dass viele Menschen aus ökonomischen Zwängen heraus einen zu frühzeitigen Arztbesuch vermeiden. Erkrankt ein Familienmitglied, wird erst mal gewartet. Vielleicht kann man sich ja das Geld für den Transport zur nächsten Gesundheitsstation sparen? Auch die Kosten für den Arzt, denn wenn es KEIN Ebola ist, ist die Behandlung ja nicht kostenlos. Die meisten Familien warten also 2-3 Tage, bevor sie überhaupt die Entscheidung treffen, ob ein Arzt notwendig ist oder nicht. Ist eine solche Notwendigkeit dann festgestellt, muss oft erst Geld von Freunden und Verwandten zusammen geliehen werden. Wieder vergehen ein paar Tage. Bis der Patient dann schließlich zum Arzt aufbrechen kann, ist oft schon die Phase höchster Ansteckungsgefahr erreicht. Während des Transportes wird es dann fast unweigerlich zu weiteren Ansteckungen kommen. Und so nimmt die Epidemie ihren Lauf.

Der Ausbruch von Ebola mag weitestgehend zufällig geschehen. Die Ausbreitung hingegen ist stark vom jeweiligen Standort abhängig – und Sierra Leone war in dieser Hinsicht klar auf der Seite der Verlierer.

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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Regionale Kooperation im Kampf gegen Ebola?

Aus meiner Sicht wäre ein regionaler Schulterschluss im Kampf gegen Ebola eigentlich naheliegend. Die Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia sind Nachbarländer und zum Teil kulturell sehr ähnlich. Trotzdem hat jedes Land den Kampf gegen Ebola weitestgehend allein geführt und auch sehr unterschiedliche Strategien angewandt.

Was vor allem in letzter Zeit immer wieder aufkam in Sierra Leone war die Diskussion, ob die Grenzen zu Guinea geschlossen werden sollten. Rufe werden laut nach Militärpräsenz und Grenzschutz. Dabei frage ich mich, ob eine solche Maßnahmen tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen. Zwar wurde Ebola tatsächlich von Guinea nach Sierra Leone gebracht, die Verbreitung innerhalb des Landes fand aber mit großer Mehrheit durch Sierra Leoner selbst statt. Nichtsdestotrotz wird bei jedem neuen Ebola-Fall in der Grenzprovinz Kambia zuerst vermutet, der Fall sei aus Guniea „eingeschleppt“:

150326 EbolaAusGuniea

Welchen Unterschied macht das eigentlich? Sitzen nicht alle Länder im selben Boot? Außerdem – wäre es nicht viel sinnvoller, bei vielen neuen Ebola-Fällen in den Grenzregionen sowohl Sierra Leones als auch Guineas ein gemeinsames Programm zu starten, um die Ansteckungen einzudämmen? Social Mobilization, Aufklärungsprogramme, mehr mediale Aufmerksamkeit? Denn die Fälle belegen ja offenbar, dass zu wenig getan wird in diesen geographischen Gebieten. Stattdessen beschränkt man sich darauf, die Schuld dem jeweils anderen Land zuzuweisen. Vorstöße, die Grenzen zu schließen kommen nämlich – wie nicht anders zu erwarten – von beiden Ländern wechselseitig.

Ende März hat Guinea die Grenze zu Sierra Leone geschlossen:

http://www.nytimes.com/2015/03/31/world/africa/guinea-border-closed-over-ebola-fears.html?_r=0

Dies hat Sierra Leoner aber nicht davon abgehalten, ihrerseits einen Grenzschluss Sierra Leones einzufordern, hier ein Auszug aus WhatsApp vom 17. Mai:

WhatsApp Guinea

Es ist zu hoffen, dass zumindest in der Post-Ebola-Zeit ein stärkeres Regionalbewusstsein entsteht und vielleicht sogar Best-Practices ausgetauscht werden können. Die Welthungerhilfe ist in dieser Hinsicht bereits aktiv geworden: Vor zwei Wochen gab es einen Workshop für Mitglieder der District Ebola Response Center (DERC), bei dem auch zwei Teilnehmer aus Guinea eingeladen werden. Zudem hat die Welthungerhilfe ein grenzübergreifendes Programm aufgelegt, das Nahrungsunsicherheit in stark von Ebola betroffenen Gebieten in Sierra Leone und Liberia bekämpfen soll. Trotzdem – es sollte noch mehr getan werden für die regionale Zusammenarbeit. Alle Organisationen könnten eine Stärkung in dieser Hinsicht anstoßen, gerade wir Europäer könnten uns auf unsere eigenen starken Regionalstrukturen besinnen und unsere Erfahrungen teilen.

Julia Broska

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Ebola zerstört die Wirtschaft

Viel ist bereits gesagt und spekuliert worden über die negative Wirkung von Ebola und den verhängten Maßnahmen auf die Wirtschaft. Nichtsdestotrotz muss ich persönlich sagen, dass ich lange kein klares Bild hatte. Die Meldungen waren widersprüchlich. Jetzt scheint es aber amtlich: Die Ökonomie Liberias, Gunieas und Sierra Leones wurden durch die lang anhaltende Ebola-Epidemie massiv geschädigt.

Kürzlich habe ich in der Zeitung Awoko wieder einen Artikel entdeckt über die Auswirkungen auf den Kleinhandel.

Small Businesses going down2-1

Hier wird immer wieder genannt, dass die Reisebeschränkungen den entscheidenden Einfluss übten. Dadurch, dass Überland-Reisen lange starken Beschränkungen unterlagen, konnten Bauern keine Märkte mehr erreichen, Großhändler konnten wiederum nicht mehr von Zwischenhändlern erreicht werden und so weiter. In dem Zeitungsartikel spricht Frau Bio davon, dass ihre Produkte teils seit Monaten auf Käufer warten würden. Und auch eine Studie im Namen der UNDP zitiert auf der ersten Seite einen Handelsvertreter der Regierung:

„Ebola tötet Tausende jeden Monat, aber die fortgesetzten Beschränkungen im Kampf gegen Ebola zerstören Dutzende von Geschäften jeden Tag.“

Der Report („Impact of the Ebola Virus Disease on Business Establishments in Sierra Leone“, UNDP, Dezember 2014) bezeugt, dass 9 von 10 Geschäften eine signifikante Reduktion im Produktionssektor beklagen. Dies hätte wiederum den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge. 3/5 aller Geschäfte behaupten, sie hätten ihre Belegschaft reduziert. Einen Beispielfall kenne ich: Ein libanesischer Supermarkt in unserer Straße ist dabei, seinen Laden zu schließen. Er meint, das Geschäft sei dermaßen zurückgegangen seit Ebola und für 2015 mache er sich auch keine großen Hoffnungen, dass es sich einfach nicht mehr lohne. Einer meiner Kollegen hat mir heute erzählt, dass in Liberia bereits Regression herrsche, zurückzuführen auf den monatelangen Kampf gegen Ebola. Hier in Sierra Leone sei das Wachstum laut dem Finanzministerium von ca. 9% auf 4% jährlich gefallen. Dies sind aber meines Wissens alles noch unbestätigte Zahlen.

Julia Broska

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Ebola – Das Interesse der Weltgemeinschaft schwindet

Seit ca. einer Woche ist es bekannt: UNMEER, die United Nations Mission for Ebola Emergency Response, die erste UN Gesundheits-Mission der Geschichte, wird am 30. Juni aufgelöst. Entstanden war UNMEER am 19. September 2014 und es war immer klar, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Mission handeln wird. Aber wie das so ist gegen Ende eines Katastropheneinsatzes steht natürlich die Frage im Raum: Was kommt danach?

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Das National Ebola Response Center (NERC) wird mit UNMEER seinen wichtigsten Unterstützer verlieren – auch finanziell. Damit stellt sich die Frage, wie die landesweite Ebola-Response noch koordiniert und aufrechterhalten werden kann. Denn Ebola ist zwar „unter Kontrolle“, aber fast täglich gibt es noch 1-2 neue Fälle. Bis Ende Juni wird Sierra Leone nicht Ebola frei sein, das ist fast sicher. Allein schon die Tatsache, dass 42 Tage ohne neue Erkrankungs-Fälle vergehen müssen, bevor ein Gebiet als Ebola-frei erklärt werden kann, und das nachdem der letzte Patient entlassen wurde oder verstorben ist und das nachdem der letzte Ebola-Tote sicher bestattet wurde oder der letzte entlassene Patient zweimal negativ getestet wurde (Danke an @HaertlG auf twitter), macht das zeitlich unmöglich. NERC wird sich also andere Unterstützer suchen müssen. Aber wen? Und wer wird das Kommando übernehmen? Es gibt viel zu tun in der Rehabilitationsphase, Präventionsmaßnahmen müssen eingeleitet und Hygieneprogramme angestoßen werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wer die Schlüsselrolle übernehmen könnte, z.B. das Gesundheitsministerium oder aber die Organisation of National Security (ONS). Als Mitarbeiterin einer zivilgesellschaftlichen Organisation hoffe ich, dass das Militär keine Rolle mehr spielen wird.

Hinzu kommt, dass viele Geber im Juni und Juli Stichtage haben für die vertragliche Mittelvergabe. Danach wird es deutlich schwieriger werden für Organisationen wie die Welthungerhilfe, Mittel für die Post-Ebola-Rehabilitation zu akquirieren. Ob es gelingen wird, Ebola dauerhaft aus Sierra Leone zu verbannen, wird auch von der Qualität der Projekte abhängen, die jetzt angestoßen werden.

 

Julia Broska

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Ebola und Korruption

Mitte Dezember gab es einen ausgesprochen interessanten Artikel auf foreignpolicy.com. Es ist zwar schon etwas her, aber ich möchte den Artikel trotzdem als Aufhänger für einen neuen Blogeintrag nutzen, denn das Thema ist und bleibt hochaktuell in Sierra Leone, nicht nur in Ebola-Zeiten: Korruption.

http://foreignpolicy.com/2014/12/10/sierra-leones-ebola-epidemic-is-spiraling-out-of-control/

In Rankings über Korruption gehört Sierra Leone regelmäßig zum unteren Drittel. In der jüngsten Geschichte der Entwicklungshilfe in Sierra Leone gab es spektakuläre Fälle von Korruption (siehe Artikel), die auch höchste Regierungsbeamte betrafen. Die Regierung unterhält eigens eine Anti-Korruptions-Kommission, aber deren Effektivität darf nach oben genanntem Artikel zumindest angezweifelt werden.

Es gibt auch andere Quellen, die Fragen aufwerfen bezüglich der zweckgebundenen Verwendung von Ebola-Hilfsgeldern. Gerüchten zufolge, und entgegen anders lautender Studien, soll der Zementabsatz im Land in den letzten Monaten steil angestiegen sein. Warum? Es heißt, die Regierungsvertreter hätten mehrheitlich begonnen, ihre Häuser auszubauen. Das wird wohl kein Zufall sein, dass gerade jetzt Geld dafür da ist. Aber wie gesagt, alles nur Gerüchte – natürlich.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass der Geldumsatz hier im Land im Moment enorm ist. Auch wir bei der WHH setzen Drittmittel in großen Summen um. Das erfordert viel administrativen Aufwand, wenn sichergestellt werden soll, dass alle Gelder dort verwendet werden, wo sie im Kampf gegen Ebola auch tatsächlich gebraucht werden, und ist einer der Gründe, warum ich eine 7-Tage-Woche habe. Ich kann nur darüber spekulieren, wie die weitaus größeren Summen, die als direkte Hilfe von ausländischen Regierungen an die Sierra Leonische Regierung gegeben werden, verwaltet werden. Zahlreiche Vertreter von Lokalregierungen haben im Kampf gegen Ebola Doppelrollen angenommen: Obwohl sie nach wie vor für die Regierung arbeiten, sichern sie sich regelmäßig Verträge als Consultants oder ähnliches für internationale NGOs und sonstige Hilfsorganisationen. Wie das zeitlich umzusetzen ist, ist fraglich und es muss wohl damit gerechnet werden, dass ihre tatsächlichen Aufgaben in der Zeit auf der Strecke bleiben.

Was mir aber wirklich Sorgen macht ist nicht das Geld, das möglicherweise in den falschen Taschen hängen bleibt. Besorgniserregend finde ich die „lessons learnt“, nämlich dass man mit einer medizinischen humanitären Katastrophe gutes Taschengeld verdienen kann. Unter solchen Umständen stellt sich eine zentrale Frage: Hat wirklich jeder hier ein ehrliches Interesse daran, Ebola zu beenden?

Julia Broska

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Gefängnis für Sex? – Kriminalisierung von Ebola-Überlebenden

Ebola-Überlebende haben ein Problem: Noch mindestens drei Monate, nachdem sie als geheilt entlassen wurden, können in Spermien oder Vaginalflüssigkeiten Ebola-Viren enthalten sein. Damit werden sie zur Gefahr für den Erfolg im Kampf gegen Ebola und können jederzeit ein Wiederaufflackern der Epidemie verursachen, obwohl man das Virus schon für besiegt hielt. Es war in der Diskussion, ob der einzelne Fall, der in Liberia nach 28 Tagen ohne Fälle aufgetreten ist, durch Sex mit einem Überlebenden verursacht worden war. Es scheint aber, dass dies nun ausgeschlossen wurde. Wie dem auch immer sei, Überlebende stellen sozusagen eine reale Gefahr da.

Trotzdem ist aus meiner Sicht die Haltung der Regierung zu diesem Thema verfehlt. Auf der Titelseite der Tageszeitung Awareness Times war vergangene Woche zu lesen, dass „Überlebende gewarnt werden, auf Sex zu verzichten.“ Diese Botschaft kam vom Präsidenten höchst persönlich. Im Text hieß es dann, dass hart durchgegriffen werden, sollte bekannt werden, dass ein Überlebender einen neuen Ebola-Fall verursacht hat. Und soweit ich weiß wurde mind. 1 Person bereits zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, da sie eine Sex-Arbeiterin infiziert hatte.

Ernest Bai Koroma warnt Überlebende vor frühzeitigem Sex.
Ernest Bai Koroma warnt Überlebende vor frühzeitigem Sex.

Aus meiner persönlichen Sicht ist das der falsche Ansatz. Zum einen halte ich es für unrealistisch, dass Überlebende drei Monate auf Sex verzichten. Mein Eindruck ist, dass mindestens zwei Dinge dem entgegenstehen: 1. Der Hang dazu, Gefahren zu verleugnen oder zu ignorieren. So wurde ja lange Ebola für ein Gerücht gehalten und was ich von meinen nationalen Kollegen so gehört habe, hält man auch HIV gerne für ganz weit weg vom eigenen Leben. 2. Sex wird hier, so mein Eindruck, als essentielles „Recht“ wahrgenommen. Ist ja in Deutschland nicht anders. Das ist eine gefährliche Kombination in Zeiten von Ebola.

Hinzu kommt, dass sicherlich keine Ehefrau ihren Mann „verpetzen“ wird, wenn er dafür 1 Jahr in den Knast wandern muss! Falls die Betroffene eine Sex-Arbeiterin ist, gut, dann kann ich mir das noch vorstellen. Aber die eigene Ehefrau hat sicherlich kein Interesse daran, ihren Mann, der gerade eine schwere Krankheit überlebt hat und potentiell wesentlich zum Einkommen der Familie beiträgt, ans Gefängnis zu verlieren oder z.B. auch eine Geldstrafe in Kauf zu nehmen. Soll heißen, Bestrafung für Sex halte ich für nicht praktikabel. Wie um alles in der Welt will man beweisen, dass ein Virus durch Sex übertragen wurde, wenn es die Betroffenen abstreiten?

Ich denke, es wäre sinnvoller, massenhaft Kondome zu verteilen UND zu erklären, wie man sie benutzen muss. Am besten in Bildern. Solches Informationsmaterial gibt es ja bereits zu hauf. Sicher, man kann jetzt einwenden, dass die Akzeptanz von Kondomen in den meisten afrikanischen Gesellschaften, so auch in Sierra Leone, ausgesprochen niedrig ist. Aber der Druck, der durch Ebola ausgeübt wird, wäre vielleicht sogar ein genialer Zeitpunkt, um eben diese Akzeptanz zu erhöhen. Denn einem Überlebenden sieht man natürlich nicht an, ob und wann er die Krankheit hatte. In jedem Fall denke ich, die Menschen müssen stärker mobilisiert werden, die Betroffenen als Handelnde, nicht als Opfer verstanden werden. Es ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll, drastische Maßnahmen von oben zu verordnen. Stattdessen sollte die Zustimmung und aktive Unterstützung der Bevölkerung gewonnen werden. Aber was verstehe ich schon von Politik…

Julia Broska

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Chinas Hilfe für Sierra Leone im Kampf gegen Ebola

Kürzlich im Supermarkt bin ich zwei hilflosen Chinesen begegnet. Sie wollten Zigaretten kaufen, konnten aber beide kein Wort Englisch. Da war es natürlich schwierig, sich über die Preise zu verständigen. Für mich eine willkommene Gelegenheit, mal wieder etwas Chinesisch zu sprechen. Die beiden kamen vom „Medizinischen Hilfsteam der Chinesischen Volksbefreiungsarmee für Sierra Leone“.
Chinese Army active in Sierra Leone during the Ebola Outbreak

Durch diese Situation aufmerksam geworden, habe ich mal versucht zusammen zu tragen, was ich über das Engagement Chinas im Kampf gegen Ebola so finde.
Zunächst bin ich dabei auf folgende Graphik (via vox) gestoßen:

Was die versprochenen Hilfsgelder angeht, liegt China im Mittelfeld verglichen mit anderen Geberländern. Was allerdings bis Ende Dezember tatsächlich investiert wurde, stellt China leider in ein anderes Licht. Gerade heute haben es neue Versprechen seitens China auf die Titelseite der Tageszeitung Awoko geschafft

"China verspricht support für Sierra Leone" - Awoko Titelseite
„China verspricht support für Sierra Leone“ – Awoko Titelseite

"China verspricht Support für Sierra Leone" - Awoko Artikel
„China verspricht Support für Sierra Leone“ – Awoko Artikel

Das Verhältnis von China und Sierra Leone scheint auf den ersten Blick nicht ganz unbelastet, denn Sierra Leone gehört zu den Ländern, die in den vergangenen Jahren stark von Land Grabbing betroffen waren. Die Entwicklungspolitik Chinas wird für solche Vorgänge immer wieder verantwortlich gemacht.
Andererseits gibt es auch positive Beispiele von Chinesischer Hilfe in der Zeitung, z.B. die Unterstützung eines Waisenhauses oder die Finanzierung von Aufklärungs-Anzeigen in der Tageszeitung

Werbeanzeige zur Ebola Prävention
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Zeitungsartikel über chinesische Unterstützung eines Waisenhauses in Sierra Leone
Zeitungsartikel über chinesische Unterstützung eines Waisenhauses in Sierra Leone

Darüber hinaus wird berichtet, dass die mehr als 100 Millionen US Dollar die größte Hilfsleitung für einen Humanitären Einsatz in Übersee ist, die die chinesische Regierung jemals geleistet hat.

Ich persönlich kann nur sagen, dass ich hier äußerst selten auf chinesische Vertreter von Hilfsorganisationen und Gebern oder Regierungsvertreter treffe. Aufgrund Sierra Leones Kolonialgeschichte sind die Briten hier sehr aktiv, USA sind natürlich auch groß dabei, und was die großen NGOs angeht, so sind sie alle europäischen oder nordamerikanischen Ursprungs. Das ist zumindest mein Eindruck. Das Verhältnis der chinesischen Regierung zu Entwicklungshilfe bleibt aus meiner Sicht ein fragwürdiges, auch nach Ebola.

Julia Broska

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Die Aufgaben des Ministeriums für Soziale Wohlfahrt, Gender und Kinder während der Ebola Krise

Dies ist meine Deutsche Übersetzung des Interviews mit Doris Mansary die Regionale Trainings- und Aufklärungs-Beauftragte des Ministeriums für Soziale Wohlfahrt, Gender und Kinder. Wenn ihr das Video abspielt könnt ihr durch den Klick auf CC die Untertitel auch auf deutsch stellen.

Ich bin Doris Mansary, die Regionale Trainings- und Aufklärungs-Beauftragte des Ministeriums für Soziale Wohlfahrt, Gender und Kinder. Als Ministerium stehen wir der psycho-sozialen Säule vor. Diese ist allgemein bekannt als die Kinderschutz, Soziale Wohlfahrt und Gender Säule. Es ist eine der Säulen die die Ebola Task Force des Distrikts Kailahun bilden. Als Ministerium führen wir viele Aktivitäten durch gemeinsam mit Akteuren des Kinderschutzes.

Unsere Säule ist verantwortlich für die psycho-soziale Unterstützung von Ebola-Überlebenden, aber auch für betroffene Familien und Kinder, die in von Ebola betroffenen Familien leben. Wir haben eine Serie von Komponenten und Aktivitäten im Blick. Ich möchte über den FTRR Aspekt sprechen, Familien finden und zusammen führen, der von unserer Säule durchgeführt wird. Wir haben eine Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen, die für die Behandlung von Ebola-Infizierten verantwortlich sind. Manche erreichen das Behandlungszentrum alleine mit ihren Kindern. Manche der Kinder sind tatsächlich auch positiv, andere aber noch negativ.
Wir betreiben zwei Häuser. Als Ministerium leiten wir das OICC, Beobachtungs-Interim-Pflegezentrum, und dann das Interim-Pflegezentrum. Wenn Kinder mit ihrer Familie in Quarantäne sind, greifen wir ein als Ministerium und bitten darum, uns die Kinder zur Beobachtung zu übergeben. Im Beobachtungs-Zentrum überwachen wir sie dann für 21 Tage, genau wie in der normalen Familien-Quarantäne. Nach einer Beobachtung von 21 Tagen werden die Kinder wieder mit ihren Familien vereint, wenn sie keine Symptome zeigen. Zeigen sie aber Symptome, rufen wir automatisch Ärzte ohne Grenzen an, da wir als Ministerium mit ihnen diese Partnerschaft eingegangen sind. Ärzte ohne Grenzen kommunizieren dann mit dem Gesundheits-Management-Team, so dass eine Ambulanz geschickt wird und das erkrankte Kind abholt und in das Behandlungszentrum bringt.
Im Beobachtungs-Zentrum haben wir Ebola-Überlebende angestellt. Ebola-Patienten sind keine Bedrohung für sie. Im Beobachtungs-Zentrum arbeiten drei Überlebende, die die Kinder in Quarantäne pflegen und auch die Kinder, die aus der Quarantäne entlassen wurden. Im Falle, dass sie doch Symptome entwickeln, können die Ebola-Überlebenden zumindest mit ihnen arbeiten bis sie von der Ambulanz abgeholt werden.

Im Interim-Pflegezentrum leben Kinder, die sich mit Ebola angesteckt hatten, aber mittlerweile als geheilt entlassen wurden. Für eine Übergangszeit kommen sie zu uns. Wir bieten ihnen psychologische Hilfe an, sprechen über ihre Probleme und helfen ihnen, sich von der belastenden Situation, der sie im Behandlungszentrum ausgesetzt waren, zu erholen. Wir lassen sie natürlich auch spielen, denn Spielen hilft den Kindern sehr dabei, sich wieder zu erholen. Gleichzeitig beginnen wir damit, ihre Familien zu suchen. Da viele Kinder mit ihren Eltern ins Behandlungszentrum kommen, sind einige zu Waisen geworden. Sobald sie ins Interim-Pflegezentrum kommen, beginnen wir damit, ihre Familien ausfindig zu machen. Wenn wir ihre Familien identifizieren können, vereinen wir die Kinder wieder mit ihren Verwandten in den lokalen Gemeinden. Vielleicht haben Sie bemerkt, dass hier nicht sehr viele Kinder leben zurzeit. Das liegt daran, dass wir die Kinder so schnell wie möglich zu ihren Familien zurückführen. Das ist ein Aspekt den wir bearbeiten im Rahmen der psychosozialen Säule im Kampf gegen Ebola.

Ein zweiter Aspekt ist das Problem der Stigmatisierung. Frauen, Kinder oder Familien, die von Ebola geheilt wurden haben oft Probleme, wenn sie in ihre Gemeinden zurückkehren. Aus Angst vermeiden die anderen Dorfbewohner die ehemaligen Patienten, sie wollen sie nicht wieder in ihrer Gemeinde akzeptieren. Sie vermeiden sie, sie wollen nicht länger etwas mit ihnen zu tun haben. Natürlich fühlen sich die Opfer diskriminiert. Als Ministerium haben wir andere Akteure identifiziert, die sich im Bereich Schlichtung und Trost spezialisiert haben. Das Rote Kreuz Sierra Leone hat 70 Gemeinde-Schlichter, die psychologische erste Hilfe leisten. Das Ministerium arbeitet mit anderen Akteuren, wie z.B. Save the Children International, Plan Sierra Leone. Wir stärken außerdem die Kapazität der Gemeinde-Schlichter. Wenn es Fälle von Stigmatisierung gibt, kommen die Gemeinde-Schlichter und bieten schlichtende und unterstützende Gespräche an. In extremen Fällen, wenn ein Bedarf für persönliche Beratung besteht, können sich Menschen an uns wenden und wir arrangieren eine Beratung unter vier Augen. Wir haben auch Fälle von geheilten Patienten, die sich danach nicht normal verhalten, im psychologischen Sinne. Wir beobachten auch andere klinische post-Ebola-Symptome. Manche klagen über Probleme mit den Augen, andere fühlen sich nicht normal. Manche verhalten sich absonderlich. Manche klagen über Schmerzen im Körper. Das sind alles Symptome, die nach der Heilung auftreten können. In solchen Situationen bieten wir Beratungen unter vier Augen an, helfen ihnen, bis sich ihr Zustand stabilisiert hat und sie zurück in ihre Gemeinden können.
Ein weiterer Aspekt unserer Arbeit sind Hilfspakete, die wir Kindern im Interim-Pflegezentrum bei ihrer Entlassung mitgeben. Das Hilfspaket besteht aus gebrauchter Kleidung, Küchenutensilien, Spielzeug wie Bälle oder Teddy Bären. Diese Dinge kommen alle in das Paket. Die gleiche Unterstützung bekommen Kinder, die während der Quarantäne in betroffenen Familien verblieben sind.

Und für die Überlebenden arbeitet das Ministerium mit UNICEF zusammen. Vor zwei Wochen hatten wir eine Ebola-Überlebende-Konferenz. Überlebende aus dem Distrikt Kailahun haben ihre Erfahrungen mit uns geteilt, sie haben uns genau erzählt, was sie durchmachen musste, als sie erfahren haben, dass sie Ebola haben, als sie dann behandelt wurden, und auch, was sie durchmachen mussten nach ihrer Entlassung. Die Überlebenden haben uns außerdem gezeigt, wie sie als Botschafter im Kampf gegen Ebola eingesetzt werden können, um Ebola ein für alle Mal aus Sierra Leone zu vertreiben. Und als die Konferenz zu Ende war, hatten wir auch ein Hilfspaket für sie. Denn wenn jemand als symptomatisch in ein Behandlungszentrum gebracht wird, wird der Haushalt desinfiziert. Das Desinfektionsteam muss dabei einen großen Teil des persönlichen Beisitzes zerstören. Wenn Patienten wieder gesund werden haben sie oft einen Großteil ihres Besitzes verloren. Das Ministerium für Soziale Wohlfahrt hat gemeinsam mit UNICEF ein Hilfspaket zusammengestellt, um in diesen Fällen zu helfen. Es besteht aus Second Hand Kleidung, Matratzen, Eimern, Reis. Diese grundlegenden Dinge stellen wir zusammen und wir suchen immer noch nach Partnern die uns weiter unterstützen können, denn wir können nicht das gesamte während der Desinfektion verlorene Eigentum ersetzen. Noch vor kommendem Wochenende wollen wir außerdem finanzielle Unterstützung anbieten. Es wird nur ein kleiner Betrag sein, eher eine Geste. Sie machen viele Probleme durch in ihren Gemeinden. Neben den Hilfsmaterialien, die sie benötigen, brauchen sie auch jemandem, mit dem sie über all ihre Probleme sprechen können. Manche Menschen haben bis zu 25 Angehörige an Ebola verloren.

Wir haben Waisen, so viele Waisen aufgrund von Ebola. Die Kinder verbleiben meist in ihren Dorfgemeinschaften, sie bleiben bei anderen Familienmitgliedern, aber bedenken Sie: Jedes Kind ist eine zusätzliche Belastung für die Familie, die sie aufnimmt. Zum Beispiel hatten wir hier eine Familie, die fünf Kinder aufgenommen hat, zusätzlich zu ihren eigenen Kindern, das ist schon eine ernste Belastung. Das wird eine Menge sozialer Probleme verursachen. Es geht um Hilfsmaterialien, es geht um psychologische Beratung. Das ist wirklich ernst und wir als Ministerium suchen weiterhin die Unterstützung weiterer Partner, die mit an Bord kommen möchten. Wie z.B. die Welthungerhilfe, die sich hier wirklich nützlich gemacht hat.

Die Kinderbetreuerinnen hier arbeiten alle auf freiwilliger Basis. Aber natürlich haben sie auch ihre eigenen Familien. Wir verhandeln mit Akteuren und suchen jemanden, der ihnen eine Vergütung anbieten kann, vielleicht in Form von Nahrungsmitteln oder in irgendeiner anderen Form, nur um sie sorgenfreier ihrer Arbeit mit den Kindern nachgehen lassen zu können.
Das sind die grundlegenden Dinge, die wir tun, wenn wir über die psychosoziale Säule sprechen im Kailahun Distrikt.

Julia Broska

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