Ist die Ebola Epidemie in Sierra Leone zu Ende?

Leider noch nicht. Lange habe ich nicht gebloggt, denn die Ebola-Epidemie in Sierra Leone ist seit langem mehr oder weniger auf demselben Level: Eine stetig rückläufige Zahl an Neuinfektionen. Aber trotz aller Interventionen ist es auch nach 1 Jahr und nun fast 4 Monaten nicht geglückt, Ebola gänzlich zu besiegen.

Am 24. August wurde die letzte Ebola-Patientin, Adama Sankoh, als geheilt entlassen. Dies sorgte für allgemeine Begeisterung und Medienpräsenz.

Der Countdown konnte beginnen, und die gesamte Nation begann, die 42 Tage runterzuzählen, bis Sierra Leone endlich Ebola-frei erklärt werden kann. Leider war das Glück von kurzer Dauer: Nicht mal eine Woche später, am 29. August, gab es bereits den nächsten neuen Fall, im Distrikt Kambia, im Norden des Landes an der Grenze zu Guinea. Dieser Fall hat mittlerweile mind. 1 weitere Ansteckungen nach sich gezogen (am 5. September), so dass sich zum heutigen Tag 20 Personen in sogenannten „Holding Centren“ als Hochrisiko-Kontakte befinden und sage und schreibe 973 Kontaktpersonen unter Beobachtung stehen.

Liberia hingegen wurde am 3. September zum zweiten Mal Ebola-frei erklärt, nachdem der letzte Patient am 22. Juli negativ getestet wurde. Liberia befindet sich nun in einer 90-tägigen Phase „erhöhter Wachsamkeit“.

Entsprechend ist es auch in meinem Arbeitsumfeld ruhiger geworden. Wir konzentrieren uns darauf, die vergangenen Monate „aufzuräumen“, Aktivitäten in der direkten Ebola-Antwort runter zu fahren und den Blick auf die nun ganz offensichtlich im Raum stehende Frage zu richten: Wie kann man verhindern, dass sich eine solche Epidemie wieder holt? Zum einen speziell in Sierra Leone: Wie kann man das Gesundheitssystem derart stärken, die Bevölkerung informieren und die Hygienesituation landesweit verbessern, dass die Menschen weder Ebola, noch Lassa-Fieber oder Cholera praktisch schutzlos ausgeliefert sind? Zum anderen auch allgemeiner: Was sind die lessons learnt, wie kann man einen dermaßen langanhaltenden und großflächigen Ausbruch von Ebola irgendwo auf der Welt in Zukunft verhindern? Welche Strukturen sind nötig, um Ebola im Keim zu ersticken? Diese Antworten müssen jetzt all jene finden, die in den letzten Monaten am Kampf gegen die Epidemie beteiligt waren, unter anderem auch die Welthungerhilfe. Unser Engagement in Sierra Leone geht natürlich weiter, auch wenn endlich der ersehnte „Freispruch“ der WHO kommt.

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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Über Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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