Ebola in Sierra Leone – nach einem Jahr noch nicht besiegt

Am 25.05.2015 war es soweit: Der erste bestätigte Ebola-Fall in Sierra Leone lag genau 1 Jahr zurück. Ein Jahr, in dem das Land in einem Wahnsinn gefangen ist, der zu geschlossenen Schulen, unbestellten Feldern und zerstörter Wirtschaft geführt hat. Ein Jahr, in dem ein einziger Virus mehr als 3.500 Menschen das Leben gekostet hat. In dem hunderte Kinder zu Waisen wurden. Und der Kampf ist noch nicht gewonnen.

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Die Menschen in Sierra Leone sind es leid, mit zahlreichen Einschränkungen leben zu müssen. Sie sind auch die Angst leid, sie selbst oder ein Angehöriger könnte sich mit Ebola infizieren. Es herrschen Ungeduld und Missmut. Hier ein Auszug aus der WhatsApp Gruppe „WHH Ebola Response“:

„So wie ich es verstanden habe, können wir erst damit beginnen, 42 Ebola freie Tage zu zählen, wenn der letzte Patient entweder als geheilt entlassen wurde oder gestorben ist. Gibt es irgendeine Information wie viele Patienten wir zurzeit haben? Sorry, das klingt vielleicht verängstigt und frustriert, aber ich will unbedingt, dass unser Land endlich Ebola-frei wird. Ein Jahr mit dem Virus ist einfach zu lang!“

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Präsident Ernest Bai Koroma hat anlässlich des Jahrestages Ebola-Überlebende eingeladen und die Bevölkerung dazu aufgerufen, von Stigmatisierung Abstand zu nehmen. Er hat sein Versprechen erneuert, dass alle Ebola-Überlebenden, die ein Entlassungs-Zertifikat eines Ebola-Behandlungszentrums vorweisen können, kostenlos in staatlichen Krankenhäusern behandelt werden, sollten sie in Zukunft irgendwelche Beschwerden feststellen. Bis zum Jahrestag waren 4.013 Ebola-Überlebende offiziell erfasst.

http://reliefweb.int/report/sierra-leone/ebola-clocks-1-year-president-pledges-support-survivors

Auch die Welthungerhilfe wird sich in den kommenden Monaten vermehrt darauf konzentrieren, Ebola-Überlebende zu unterstützen. Dabei geht es vor allem um wirtschaftliche Unterstützung: Nahrungsmittel, finanzielle Hilfe und auch Beratung und Gesundheitsvorsorge. So hoffen wir, dass die Überlebenden nach ihrer schweren Krankheit zumindest Hoffnung schöpfen können, in Zukunft ein gesichertes Auskommen zu haben. Ich hoffe inständig, dass Sierra Leone nur noch wenige Wochen davon trennen, Ebola-frei zu werden. Auch wir wollen zurück zur Normalität, zu unseren landwirtschaftlichen Projekten und langfristigen Perspektiven, den wir den Menschen bieten möchten.

 

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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Über Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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