Alle Artikel von Rene

Über Rene

Rene ist PhD Student und blogger. Er setzt sich fuer freies Wissen und freie Bildung ein. Dadurch ist er auf wikiversity, wikimedia commons und gelegentlich auf der Wikipedia aktiv. Er unterstuetzt Julia ihre Erfahrungen aus Sierra Leone zu verbreiten.

Julia visiting Germany

2 Weeks ago Julia visited me during her vacation in Germany. 10 days before I met her she was still in Sierra Leone in Freetown. This is the place where the Ebola outbreak is raging most. As I met her it was not clear whether she was infected by the virus or not. Yes there are health checks when entering Germany at the Airport but we all know the incubation time of Ebola is between 2 and 21 days. I was wondering how I would welcome Julia. I decided that I would rely on the two facts that she measures her temperature regularly and that Ebola is only infecting once you can see the symptoms.

Only a few hours before she arrived at my place I had a friend with me who worked for MSF and now for save the children. He informed me again that Ebola is about the most aggressive virus and that many people in the health sector refuse to go to Ebola affected regions because it is just too dangerous. He pointed out that there is an obvious reason that the belongings of infected people are completely burned down. He emphasized that this is not due to the fact that Ebola is only transferred via body fluids. I became insecure again.

We had a long discussion about all the stuff that I have learned from Julias work, this blog, Wikipedia and the reports by print and online media. I couldn’t get the information that I had gathered so far straight in order to make a qualified decision. I think my friend had a very valid point about burning down all the belongings. So could it indeed be possible that Julia was infected but didn’t show symptoms yet and would it be possible that Julia left the virus in my flat without me and her even touching each other?

Suddenly Julia was at my doorstep. I let her come in. I was still not sure if I wanted to touch Julia. By our culture it would have been reasonable to give her a short hug. Only after raising my concerns and having Julia repeating them I felt ashamed and decided to overcome my fear and give her a hug. I was mad at myself. Julia was very patient and did not pressure me. In fact she was very respectful. In fact it was her who taught me through this blog that sticking to customs and cultural habits is one of the worst things during the Ebola outbreak. She frequently described how prevention would be much easier if people would have a better education. So I wonder how it can be possible that I as an educated person who still has doubt about security can act in such an insecure way?

I made pasta and salad for Julia. We decided to also visit a bar. On our way I bought some disinfection spray. I was a little overwhelmed by the big offer of our local department store. Some sprays where only for some flue viruses and many where not supposed to have hand contact. I decided for one of the stronger sprays.

Our time in the bar was interesting. I learnt that Julia didn’t measure her temperature since she was back in Germany. She stated that she new her body and would in particular know if she became sick. Yes I had read these words in this particular blog before but the circumstances have been different. She was clearly in Sierra leone where she had several public health checks per day anyway. Here in Germany I thought her behavior was kind of risky. But she stuck to her point that she was on vacation and in particular happy that she could get a break of constantly measuring temperature. She said that she did not even carry a thermometer with her.

As I returned at my flat I started to disinfect the entire place. I placed the medium on everything that I was aware of had contact with Julia. Even when I only assumed Julia had contact with it it became disinfected. In particular there are the plates, fork, knife and cup that have been used by Julia during dinner. I cleaned the dishes under my shower since I did not want to have the potential virus in my kitchen. I disinfected the dishes another time an placed them on my balcony which so far I did not enter again. Today two weeks later the dishes are still on my balcony. By know I can be sure that Julia was not affected since she is more than 20 days out of Sierra Leone. But I will give myself a buffer of another week. After that time i will start to use the dishes and the balcony again.

Overall it was a strange experience to welcome a close person whose contact could potentially result in an deathly endeavor. I admire Julia a lot for her courage to fight Ebola and literally to go over the minefield. Obviously I would not be able to do so since I was even overwhelmed by her visit in Germany.

This article is a translation of my original german version

Rene

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Julia zu Besuch in Deutschland

Vor 2 Wochen war Julia bei mir zu Besuch. Sie war 10 Tage zuvor noch in Sierra Leone in Freetown wo sozusagen das Epizentrum des Ebola Outbreaks wuetet. Offensichtlich konnte man damals nicht auschliessen, dass Julia nicht infiziert war. Klar gab es Gesundheitschecks bei der Einreise nach Deutschland aber wir wissen ja dass die Inkubationszeit von Ebola zwischen 2 und 21 Tagen dauert. Ich war gespalten, wie ich Julia begegnen wuerde. Zu guter letzt verliess ich mich darauf, dass Julia ihre Temperatur regelmaessig messen wuerde und dass Ebola erst ansteckend ist, so bald es ausgebrochen ist.

Kurz bevor die beiden an kamen besuchte mich noch ein Freund der jahrelang fuer MSF und jetzt fuer Save the Children arbeitet. Er informierte mich erneut darueber, dass Ebola einer der agressivsten und ansteckendsten Viren sei, den es gibt. Er meinte es gibt einen Grund warum das Hab und Gut von erkrankten komplett verbrannt wird. Das laege doch nicht daran, dass Ebola sich nur beim direkten Austausch von Koerperfluessigkeiten uebertragen wuerde. Ich war erneut verunsichert.

Ich fuehrte mit ihm eine lange Diskussion ueber all das, was ich durch Julias Arbeit, den Blog, Wikipedia und die Medienberichterstattung wusste. Ich bekam das Bild nicht gerade. Mein Bekannter hatte mit dem Verbrennen von Guetern einen validen Punkt. Waere es also tatsaechlich moeglich, dass Julia sich infiziert hatte, der Virus noch nicht ausgebrochen ist, ich sie nicht beruehre, sie aber trotzdem Viren in meiner Wohnung hinterlaesst?

Doch dann stand Julia vor der Tuere. Ich liess sie hinein. ich war mir nach wie vor nicht sicher, ob ich Julia beruehren wollte. Eigentlich waere ja eine kurze Umarmung kulturell angemessen gewesen. Erst als ich Julia sagte, dass ich mir Sorgen mache und sie das etwas ueberrascht wiederholt ueberkam mich der soziale Druck und ich konnte mich zu einer Umarmung durchringen. Irgendwie aergerte ich mich darueber. Julia war sehr verstaendnisvoll und hatte aktiv keinerlei Druck ausgeuebt. Doch habe ich von ihr gelernt, dass gerade das einhalten von Kultur und Normen eine der groessten Ursachen dafuer ist, dass der Virus sich weiter ausbreitet. Julia beschreibt oft, dass Bildung im Kampf durch Praevention essentiell ist. Wie kann es also sein, dass ich als gut gebildeter Mensch der noch am Zweifeln ist sich so unvorsichtig verhaelt?

Wie dem auch sei. Ich kochte Nudeln und machte einen Salat fuer Julia. Wir entschieden uns noch dafuer in eine Kneipe zu gehen. Auf dem Weg dorthind kaufte ich mir noch Desinfektionsspray. Ich war latent ueberfordert. Manche Sprays waren nur gegen eine Teilmenge von Grippeviren viele waren aber auch nicht gerade fuer den Kontakt mit der Haut bestimmt. Ich entschied mich fuer irgend ein starkes Mittel.

Der Kneipenbesuch war interessant. Ich erfuhr von Julia, dass sie seit ihrer Ankunft in Deutschland kein Fieber mehr gemessen habe. Sie wuerde ihren Koerper kennen und merken wenn sie krank sei. Klar hatte ich das schon mal in ihrem Blog gelesen aber da war die Umgebung eine andere, da hatte sie taeglich mehrere Gesundheitschecks. Hier in Deutschland fand ich ihr Verhalten eher riskant. Sie beharrte aber darauf, dass sie im Urlaub sei und vor allen Dingen froh, das Fieber messen als eine der laestigsten Sachen endlich los zu sein und sie nicht mal ein Thermometer mit habe.

Als ich dann wieder zu Hause ankam begann ich die Wohnung zu desinfizieren. Ich spruehte alles ein von dem ich wusste, dass Julia damit in Kontakt war oder von dem ich vermutete, dass Julia damit in Kontakt gekommen sein koennte. Vor allem die Teller, das Besteck und die Glaeser die Julia benutzt hatte. Leider waren sie zu dem Zeitpunkt noch nicht gewaschen. Ich spritzte das Geschirr unter der Dusche ab, da ich keine potentiellen Viren in meiner Kueche haben wollte und stellte es dann auf den Balkon wo ich es erneut desinfizierte. Heute 2 Wochen spaeter steht das Geschirr immer noch auf meinem Balkon, den ich seit dem nicht mehr betreten habe. Ich weiss mittlerweile, dass Julia zu der Zeit sicher kein Ebola gehabt haben kann, da sie mittlerwile ueber 20 Tage aus Sierra Leon ist. Ich gebe mir aber noch einen Puffer von einer Woche und werde das Geschirr dann abspuehlen und auch wieder selbst benutzen.

Insgesamt war es eine grenzwertige Erfahrung einen vertrauten Menschen einzuladen, dessen Kontakt potentiell toetlich ist. Ich bewunder Julia sehr fuer ihren Mut nach Sierra Leone sozusagen in das Mienenfeld zu gehen. Ich koennte das offensichtlich nicht, da mich ihre Besuch bereits nahezu ueberfordert hat.

Rene

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How to protect oneself from Ebola

I am not working as medical staff. Still I had contact with people who suffered from Ebola, with people who have been in quarantine and also with survivors. Before going to Sierra Leone I had an online course of 90 minutes length, including discussion, nothing more. Of course I clicked through the internet and I have tried to search information about all my questions I had at that time. Questions that – while not being in Sierra Leone yet – seemed very important to me:

  1. How long could the virus survive outside of a human body?
  2. Can infections be transported via animals?
  3. Can I still go on the streets while I have a small cut in my finger?

During the first three weeks in Sierra Leone I have checked my body temperature twice a day. Just to make sure everything is fine. I did this additionally to the approximately 5 checks per day that happen while entering and leaving my office, meetings, hotels. I have extensively cleaned my hands with a brush and used disinfection at least 10 times per day. I would not touch my face without washing hands first.

By now I stopped doing all of this. I live a normal life. I still disinfect my hands after washing them and obviously I cannot avoid  the temperature checks on the streets. Also, I still try to avoid body contact with other humans. Other than that I do not take any particular caution. It doesn’t seem necessary since Ebola will only be transmitted via body fluids. Therefore, in normal life there is almost no chance for infection. In mass media this is presented differently. But I will write about media reports in a few days.

I think the biggest danger for people like me who don’t work in the health sector is to get a different disease or have an accident. Two things that would force me to go to a local hospital. The hospitals are very crowded and one cannot be sure not to have other Ebola victims in there. The hospitals also do not have good equipment which yields another danger. That is why people suggested to take medicine that prevents Malaria. Malaria and Ebola have similar symptoms in the beginning. So a „maybe“ Ebola case in a crowded hospital can due to the low hygiene quickly become a real Ebola case.

This article was translated from Julia’s German Article: Wie schuetze ich mich vor einer Infektion?

Rene

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The role of the ministry of Social Welfare, Gender and Children Affairs in the Ebola Outbreak

Julia has interviewed Doris Manary the Regional Training and Advocacy Officer for the Ministry of Social Welfare, Gender and Children Affairs. Together with Julia I have transcribed the video and added subtitles for a better understanding.

I am Doris Mansary, the Regional Training and Advocacy Officer and I work for the Ministry of Social Welfare, Gender and Children Affairs. As a ministry we are heading the psychosocial pillar. It is commonly known as the child protection, social welfare and gender pillar. It is one of the pillars that make up the Ebola Task Force Team in Kailahun District. And so we have a lot of activities that we do as a ministry together with child protection agencies.

Our pillar is responsible to ensure or provide psychosocial support for Ebola survivors but also Ebola affected families and children that are within Ebola affected families. What we do is, we have a series of components and activities that we look at. I would like to talk about the FTRR aspect, the Family Tracing and Reunification aspect which our pillar is also doing. We had an agreement with MSF (medicals sans frontiers) who is responsible to treat Ebola infected persons. Once they arrive at the MSF Treatment Centre they come alone with children. Some children are indeed positive of Ebola, others are negative.
So we have two houses that we are running. As a ministry we are running the OICC, Observational Interim Care Centre and then we have an ICC that we refer to as the Interim Care Centre. Now for the Observational and Interim Care Centre. This is when children and families are in quarantine, we go in as a ministry and ask them to hand over the children to come to the Observation and Interim Care Centre. It is in this centre where we also monitor them for 21 days like the usual what family members go through. So once we are able to observe them for 21 days and they are not symptomatic at all we work with the families again and we reunify them back to their families. But in the event where they are symptomatic, like when they are going to the Observation and Interim Care Centre we automatically call MSF because we have that establishment between MSF and the Ministry of Social Welfare. So we call on MSF and they will communicate to the districts’ Health Management Team so they send an ambulance and pick up the child that becomes symptomatic in the OICC.

In the Observational Interim Care Centre we have employed the services of survivors – Ebola survivors. So patients oppose no threat to them. We have like three working in the Observational Interim Care Centre who provide care for children who are under quarantine or children that are discharged as non-case. So if they become symptomatic at least the Ebola survivors who work with them can manage them until they are picked up by the ambulance.

And for the Interim Care Centre these are children who are infected by the Ebola virus but they got cured from the Treatment Centre and we receive them and they come into the ICC for a transition period. While they are at the ICC we provide psychosocial counselling services for them to talk about their issues, help them to recover from whatever stressful situation they experience while they were at the Treatment Centre. We also introduce them to play, the right to play, because we know recreation helps them a lot to recover. At the same time we start family tracing for other family members. Because some children who come to the Treatment Centres with their families had parents who died in the Treatment Centre. So the kids become orphans. Once they come to the Interim Care Centre we start family tracing. When we are able to identify the family members we reunify them back into their family at the local communities. So you come to realize that we don’t have too many children in the Interim Care Centre. This is because we reunify them as soon as we identify their families. So that is one aspect of what we do in the sense of psychosocial support to fight this Ebola.

The second aspect is: There is this issue of stigma and shame. There are women or children or families who get cured from Ebola. When they go back to their communities, out of fear community people don’t want to accept them back. They shun away from them. They don’t want do associate longer with them. So they feel discriminated at. So what we are doing as a ministry, because we are working together with other child protection agencies, we have agencies that we have identified who are professional people in counselling. So the Sierra Leone Red Cross has up to 70 community counsellors on psychosocial first aid. Now the ministry works with other agencies like Save the Children International, Plan Sierra Leone. We also build the capacities of community people. So when there is this issue of stigma and shame these community counsellors go in and provide supportive talks. In a situation where we have extreme cases where someone is in need for a personal counsellor then they can refer to us and we provide one to one counselling. We have instances where some ladies got cured and they started behaving abnormal as if they are becoming crazy. We also observe post Ebola symptoms that were identified as medical symptoms. Some are coming, they are having problems with their eyes, eye sight problems. Some complain that they don’t feel normal. Some are behaving abnormally. Some continue to complain body pains. These are all issues that they are having even if they are cured. So for situations like that we provide one to one professional counselling with the client, talk to them, help them, until they are stabilized and they go back to their community.
And as a relieve aspect in the work that we do, for every child that comes into the ICC, when the child goes to reunification, we put a package together that we refer to as reunification package. And the child goes with that package. In that package there are just basic materials that are there, used clothing, kitchen utensils, those are basic things. Recreation materials like balls, teddy bears, they are all in that package. So we give that bag, they go along. At the same time we also provide the same support to children that are within affected families in the communities.

And now, for the survivors, what the ministry has done, we work together with UNICEF for the Ebola survivors. Some two weeks ago, we had an Ebola survivors’ conference, where the survivors converged in Kailahun District and they shared their experience with us. Tell us exactly what they went through when they told them that they had Ebola, when they were in the Treatment Centre what they went through and now that they are recovered. But also in that conference the survivors were able to tell us how they can act as ambassadors to help fight Ebola once and for all in Sierra Leone. So it was a very useful conference that we had with them. But when they were leaving we also had a package that we gave to them. When they identify somebody who is symptomatic, if they go to disinfect the community or the house, they will destroy personal properties. The disinfection team. It’s not deliberate, it’s just the ideal situation. So when this people come back when they recover they have lost a lot of their personal properties. The Ministry of Social Welfare together with UNICEF decided to put a package together to see how we can help. It is comprised of used clothing, matrasses, buckets, rice. Those basic things we put together and we are still searching the support of other people to come in because we cannot match up with all the property they lose during the time of disinfection. So, we also provide that kind of service and maybe before this weekend we are also going to provide some kind of financial support. It’s something small, it’s just to appease them. They are going through a lot of problems in the community. On top of all the materials supporting them, they require also people to talk them through their problems all the time. Because there are some family members who will tell you they lost up to 25 people to Ebola.

We have orphans, so many orphans now as a result of Ebola. And so this children are in their communities, they are with other family members, but remember, it’s an additional burden for this family member who is taking, like the family we have now, they take five children, add them to your own children, its serious altogether. So there is going to be a whole lot of social problems, they’re having. Around material support, around the counselling services that we talked about. So it’s really serious and as a ministry we continue to seek the involvement of maybe other partners who come on board. Like when Welthungerhilfe came they have been very useful. For the caregivers, they are just on voluntary service. But they also have their families. So we are also negotiating with agencies who can step in to see, maybe it is food for work, if they can just receive something like food stuff or whatever incentive, just to make them feel relaxed while they do the job. This are the basic things we are doing, we talk about, when we look at the psychosocial pillar in the Kailahun District.

Rene

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Ebola triggers teenage pregnancy and child abuse in Port Loko District Sierra Leone

Last weeks‘ Friday I stumbled upon the cover of the Standard Times – a local newspaper from Sierra Leone. It read: „Teenage pregnancy ruins Port Loko district“. In the first glimps I thought this was not related to the Ebola outbreak, but then to my surprise I read the following lines:

It is a truism that the outbreak of the Ebola pestilence in the country has not only ravaged the socio-economic fabric, nook and cranny of our settlements, but it has also left a host of the population of the girl child in the rural communities in a fit of child rights abuses and violations and as a result 80% of those children that are holidaying in the Ebola menace are presently been affected with teenage pregnancy whilst a greater % of them are in the family way.

Here is the original news paper article about teenager pregnancy. Click to enlarge
Here is the original news paper article about teenager pregnancy. Click to enlarge.

If you read further you will find that almost all girls of the village have been victims of sexual abuse by the inhabitants. This happened partly with the consent of their parents which are in need of help by the perpetrators (farmers, traders, colleagues,…) in order to work on the fields. According to the article, education of the girls is not highly appreciated by their parents who are trying to bring workers inside the family by offering their daughters.

I am honestly shocked by this article. I have been wondering for a long time how big the socioeconomic consequences of the Ebola outbreak would be since over the last months schools and universities are closed down. But it never came to my mind that a virus like Ebola would lead to a rapid increase in child abuse. All kids have to stay at home nowadays. They have no occupation. Parents and relatives have  to continue to make a living. So, often the kids are without protection. At least, over the last couple of weeks, there was a educational radio station created.

One thing is very obvious to me. The Ebola outbreak will have severe long term consequences for Liberia and Sierra Leone. I think no one can currently foresee how deeply the countries will be affected in the long-run. My organization has already released a report about the non-medical impacts of the Ebola outbreak which mainly focuses on economical topics like food supply. The large scale of the social impacts can in my opinion currently not be predicted, but should not be forgotten.

This article is a translation of Julia’s original article in German language.

Rene

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Wie funktioniert die Quarantäne im Haushalt von Ebola betroffenen?

Durch den Blog und das planen der Artikel sowie dem Besprechen von Inhalten habe ich im Moment viele Fragen an Julia. Deswegen haben wir uns auf das Interview Format geeinigt. Wenn ihr auch Fragen an Julia habt schreibt einen Kommentar oder stellt sie als email an team@ebola-in-sierra-leone.de. Wir versuchen über alles was von Interesse ist zu berichten.

Rene Pickhardt: In einem Haus erkrankt jemand an Ebola. Jetzt wird das Haus unter Quarantäne gestellt. Wie muss ich mir das vorstellen?

Julia Broska: Erstaunlicherweise passiert in den meisten Fällen dann erst mal gar nichts. Theoretisch sollten Wachen aufgestellt werden, am besten in Uniform, damit sie auch ernst genommen werden. Die Nachbarschaft sollte informiert und involviert werden, damit der Quarantänehaushalt mit z.B. Wasser für den Haushaltsgebrauch zum Waschen und Putzen über Nachbarschaftshilfe beziehen kann. Außerdem sollten das World Food Programme und die Welthungerhilfe täglich die Liste neuer Quarantänehaushalte bekommen, damit wir innerhalb von 24h die ersten Nahrungsmittel liefern können. Leider passiert oft nichts davon.

Rene Pickhardt: Wie viele Menschen wohnen in so einem Haus? Eine Familie? Mehrere Familien? Wie groß sind die Familien?

Julia Broska:Das ist sehr unterschiedlich. Oft sind mehrere Familien betroffen, wenn sie zum Beispiel die selben Toiletteneinrichtungen nutzen. Oder mehrere Nachbarn haben beim Waschen eines Verstorbenen geholfen. Es ist Aufgabe des surveilliance teams der Regierung, festzustellen, welche Haushalte in einer Nachbarschaft in Quarantäne müssen, weil sie als „Kontakt-Haushalte“ eingestuft werden. Die Anzahl der Personen pro Familie schwankt starkt und kann bis zu 15 Personen sein, denn oft leben mehrere Generationen unter einem Dach.

Rene Pickhardt: Muss es nicht schrecklich sein, 21 Tage warten zu müssen, ob man sich auch infiziert hat? Kannst du in etwa die Emotionen beschreiben, denen du begegnest wenn du mit Leuten, die unter Quarantäne stehen in kontakt kommst?

Julia Broska:Mein Eindruck ist, dass viele Menschen zunächst mit Negation reagieren. Das reale Riskio wird verdrängt, nach dem Motto „Ebola? ICH doch nicht!“. Aber spätestens wenn es während der Quarantäne zu einem weiteren Fall kommt, wird es zur traumatischen Erfahrung. Das ist zumindest mein Eindruck von außen.

Rene Pickhardt: Versuchen Leute zu fliehen, wenn Häuser unter Quarantäne gestellt werden?

Julia Broska: Ja, das kommt tatsächlich sehr häufig vor und ist ein großes Problem. Diese Tatsache hat unter anderem dazu geführt, dass sich Ebola geografisch immer weiter ausbreiten konnte. Noch erstaunlicher ist aber, dass es auch zum Gegenteil kommt: Sobald von einem Quarantänehaushalt in der Nachbarschaft bekannt wird, dass er Essenspakete erhalten hat, kommen Menschen hinzu und wollen auch in Quarantäne, um etwas zu essen zu haben. Das zeigt, dass die Kernbotschaft einfach immer noch nicht durch gedrungen ist.

Rene Pickhardt: Wer kontrolliert das? Wer passt auf, dass sich jeder dran hält? Die Dorfgemeinschaft müsste doch eigentlich ein Interesse daran haben, dass alles gut geht.

Julia Broska: In Western Area Rural setzt die Welthungerhilfe ein Projekt um, in dem es genau darum geht: Die Dorfgemeinschaft einbinden, um den Einhalt der Quarantäne sicher zu stellen und den Menschen begreiflich zu machen, dass dies ihrer eigenen Sicherheit dient. Trotzdem müssen wir die Menschen mit Geld dazu bringen. Von alleine macht das keiner. Offiziell schickt auch die Regierung Polizisten, wie oben erwähnt. Aber faktisch fehlen sie meistens.

Rene Pickhardt: Was passiert mit den von der Welt Hungerhilfe gelieferten Nahrungsmitteln? Kommen die wirklich in den Quarantäne Haushalten an? Oder werden die Lebensmittelpakete zum Teil geklaut?

Julia Broska: Da haben wir über unsere durchführenden Partner-NGOs und der mehrfachen Kontrolle durch verschiedene Stellen im Verteilungs-Prozess zum Glück große Sicherheit. Die Welthungerhilfe verteilt Nahrung immer nur für 1 Woche, wir kommen also mind. 3x zum selben Haushalt während einer Quarantäne. Damit wollen wir verhindern, dass zu viele Lebensmittel Freunde und Verwandte – und ja, auch Diebe – anlocken.

Rene Pickhardt: Angenommen es gibt einen 2. Verdachtsfall in einem Quarantäne Haus. Wie wird damit umgegangen? Wird die Person in ein Krankenhaus gebracht? Es besteht nun ja ein sehr hohes Risiko für die Mitbewohner sich anzustecken.

Julia Broska: Es muss wieder die 117, der kostenlose Ebola-Notruf, gewählt werden. Die Person sollte dann eigentlich schnellstmöglich abgeholt werden. Aber leider kommt es immer wieder vor, dass Personen noch 2-3 Tage in ihren Familien verbleiben, weil einfach nicht genügend Kapazitäten vorhanden sind. Und hinzu kommt noch, dass manche Haushalte Kranke zu verstecken versuchen, um die Quarantäne nicht verlängern zu müssen.Vor allem wenn Kinder krank werden ist es offensichtlich, dass die restlichen Familienmitglieder in großer Gefahr schweben. Denn wer kann ein krankes Kind abweisen, wenn es nach Aufmerksamkeit und Pflege verlangt?!

Rene Pickhardt: Wie funktioniert die Resozialisierung nach der Quarantäne? Wird den Menschen mit Angst begegnet oder werden sie wieder vollstaendig in die Dorfgemeinschaft integriert?

Julia Broska: Das ist eine enorm wichtige Frage. Das Bild ist hier sehr unterschiedlich. Ein Haushalt hat mir berichtet, dass sie sofort wieder vollständig integriert wurden. Von einer anderen Frau weiß ich aber, dass sie praktisch als Ausgestoßene gilt. Sie war schon vor der Quarantäne sehr arm und hat den Lebensunterhalt für ihre Familie mit derm Verkauf von Steinen bestritten. Jetzt möchte aber niemand mehr ihre Steine kaufen, weil die Menschen glauben, sie seien infiziert. Auf dem Markt kann sie auch nichts mehr kaufen, denn niemand nimmt Geld von ihr an. Es besteht einfach immer noch ein riesiges Problem was Aufklärung angeht.

Rene Pickhardt: Kann man davon ausgehen, dass die Leute die mit Ebola Patienten in Kontakt waren und überlebt haben immun sind? Falls ja, können diese Menschen zum Beispiel beim Betruen von anderen Quarantäne Haushalten helfen?

Julia Broska: Ich weiß die Antwort im Moment nicht, habe ich mich aber schon die ganze Zeit gefragt. ich glaube, sie sind immun. Das finde ich aber bis zum nächsten Mal heraus.

Rene Pickhardt: Gibt es noch etws, was die Leser wissen sollten?

Julia Broska: Die Menschen in Sierra Leone sind jetzt mehr denn je auf ausländische Hilfe angewiesen. Ich finde es bedauerlich, wenn die Motivation, Geld zu spenden, nur darauf beruht, dass man verhindern möchte, dass die Epidemie auf Europa übergreift. Das Leben jedes Menschen, egal wo er wohnt, hat denselben Wert. Wenn also über Ebola gesprochen wird, bitte denkt zuerst an die Menschen, die davon aktuell betroffen sind.

Rene

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