Archiv für den Monat: Mai 2015

Ebola in Sierra Leone – the fight is on since one year now

The 25th May 2015 marked a special day: It was exactly one year since the first confirmed Ebola case occurred in Sierra Leone. One year trapped in horror, closed schools, unattended fields, destroyed economy. One year in which a single virus caused more than 3,500 deaths. Hundreds of children became orphans. And the fight is still ongoing.

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The people in Sierra Leone are tired of the restrictions imposed by Ebola. They are tired of being scared of Ebola. Impatience and annoyance spread widely. Here is a fragment from the WhatsApp group “WHH Ebola Response”:

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President Ernest Bai Koroma invited survivors to mark the sad anniversary and encouraged the public to abstain from stigmatization. He renewed his promise that all survivors who can present a genuine certificate of discharge will enjoy free health care in future. Until the 25th May, 4,013 survivors were registered nationwide.

http://reliefweb.int/report/sierra-leone/ebola-clocks-1-year-president-pledges-support-survivors

Also Welthungerhilfe WHH will focus in the upcoming months on support to Ebola survivors. In the centre of our efforts stands economic support: food aid, cash transfers as well as counselling and preventive health care. We hope to give hope to the survivors who carry a heavy burden already. I’m hoping so much that Sierra Leone has only a few weeks left to suffer from Ebola. We ourselves at Welthungerhilfe want to go back to normal, back to our agricultural development projects and long-term perspectives that we’re trying to offer.

 

 

 

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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Ebola in Sierra Leone – nach einem Jahr noch nicht besiegt

Am 25.05.2015 war es soweit: Der erste bestätigte Ebola-Fall in Sierra Leone lag genau 1 Jahr zurück. Ein Jahr, in dem das Land in einem Wahnsinn gefangen ist, der zu geschlossenen Schulen, unbestellten Feldern und zerstörter Wirtschaft geführt hat. Ein Jahr, in dem ein einziger Virus mehr als 3.500 Menschen das Leben gekostet hat. In dem hunderte Kinder zu Waisen wurden. Und der Kampf ist noch nicht gewonnen.

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Die Menschen in Sierra Leone sind es leid, mit zahlreichen Einschränkungen leben zu müssen. Sie sind auch die Angst leid, sie selbst oder ein Angehöriger könnte sich mit Ebola infizieren. Es herrschen Ungeduld und Missmut. Hier ein Auszug aus der WhatsApp Gruppe „WHH Ebola Response“:

„So wie ich es verstanden habe, können wir erst damit beginnen, 42 Ebola freie Tage zu zählen, wenn der letzte Patient entweder als geheilt entlassen wurde oder gestorben ist. Gibt es irgendeine Information wie viele Patienten wir zurzeit haben? Sorry, das klingt vielleicht verängstigt und frustriert, aber ich will unbedingt, dass unser Land endlich Ebola-frei wird. Ein Jahr mit dem Virus ist einfach zu lang!“

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Präsident Ernest Bai Koroma hat anlässlich des Jahrestages Ebola-Überlebende eingeladen und die Bevölkerung dazu aufgerufen, von Stigmatisierung Abstand zu nehmen. Er hat sein Versprechen erneuert, dass alle Ebola-Überlebenden, die ein Entlassungs-Zertifikat eines Ebola-Behandlungszentrums vorweisen können, kostenlos in staatlichen Krankenhäusern behandelt werden, sollten sie in Zukunft irgendwelche Beschwerden feststellen. Bis zum Jahrestag waren 4.013 Ebola-Überlebende offiziell erfasst.

http://reliefweb.int/report/sierra-leone/ebola-clocks-1-year-president-pledges-support-survivors

Auch die Welthungerhilfe wird sich in den kommenden Monaten vermehrt darauf konzentrieren, Ebola-Überlebende zu unterstützen. Dabei geht es vor allem um wirtschaftliche Unterstützung: Nahrungsmittel, finanzielle Hilfe und auch Beratung und Gesundheitsvorsorge. So hoffen wir, dass die Überlebenden nach ihrer schweren Krankheit zumindest Hoffnung schöpfen können, in Zukunft ein gesichertes Auskommen zu haben. Ich hoffe inständig, dass Sierra Leone nur noch wenige Wochen davon trennen, Ebola-frei zu werden. Auch wir wollen zurück zur Normalität, zu unseren landwirtschaftlichen Projekten und langfristigen Perspektiven, den wir den Menschen bieten möchten.

 

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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Ebola and corruption

Around mid of December there was an extremely interesting article on foreignpolicy.com. It some time ago now, but I still want to use the article as the baseline of today’s blog post. The topic is of timeless actuality in Sierra Leone, not only in Ebola times: corruption.

http://foreignpolicy.com/2014/12/10/sierra-leones-ebola-epidemic-is-spiraling-out-of-control/

In rankings by Sierra Leone is the lowest third of countries, meaning, corruption has always been an issue. In the recent history of development aid in Sierra Leone there were a few spectacular cases of corruption (see link), involving government authorities on the highest level. The government set up an anti-corruption commission, but regarding the above mentioned article the effectiveness of this group should be put in question.

There are other sources who claim that Ebola funds did not end up where they were mend to end up. Rumours have it that the cement sells in the country increased dramatically in the last months. Why? They say that authorities started to renovate their private properties. Hard to believe that it is a coincidence that they have the money for refurbishment right now. But, as said, it’s all rumours – of course.

From my personal view I can confirm that the turnover of money is extremely high at the moment in Sierra Leone. Also Welthungerhilfe is spending a lot of money in project implementation, mostly that of the British and German government. That requires a considerable administrative effort, otherwise the rightful use of the funds cannot be guaranteed. And that’s one of the reasons why I’m working 7 days a week at the moment. I can only speculate how the considerably greater sums of money that were disbursed directly to the Sierra Leonean government by foreign governments are being administered. Many representatives of local governments took on two jobs at the same time: Still working for the government, they also apply regularly as consultants for international NGOs. How that can possible be managed time-wise is up to question and one can only assume that their governmental tasks are being left unattended.

What is really worrying me is not the money that might have been lost. Concerning is the “lessons learnt”: It’s easy to make money with a health emergency in the country. That points to the central question: Has really everybody here a genuine interest in getting Ebola to “zero”?

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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Ebola und Korruption

Mitte Dezember gab es einen ausgesprochen interessanten Artikel auf foreignpolicy.com. Es ist zwar schon etwas her, aber ich möchte den Artikel trotzdem als Aufhänger für einen neuen Blogeintrag nutzen, denn das Thema ist und bleibt hochaktuell in Sierra Leone, nicht nur in Ebola-Zeiten: Korruption.

http://foreignpolicy.com/2014/12/10/sierra-leones-ebola-epidemic-is-spiraling-out-of-control/

In Rankings über Korruption gehört Sierra Leone regelmäßig zum unteren Drittel. In der jüngsten Geschichte der Entwicklungshilfe in Sierra Leone gab es spektakuläre Fälle von Korruption (siehe Artikel), die auch höchste Regierungsbeamte betrafen. Die Regierung unterhält eigens eine Anti-Korruptions-Kommission, aber deren Effektivität darf nach oben genanntem Artikel zumindest angezweifelt werden.

Es gibt auch andere Quellen, die Fragen aufwerfen bezüglich der zweckgebundenen Verwendung von Ebola-Hilfsgeldern. Gerüchten zufolge, und entgegen anders lautender Studien, soll der Zementabsatz im Land in den letzten Monaten steil angestiegen sein. Warum? Es heißt, die Regierungsvertreter hätten mehrheitlich begonnen, ihre Häuser auszubauen. Das wird wohl kein Zufall sein, dass gerade jetzt Geld dafür da ist. Aber wie gesagt, alles nur Gerüchte – natürlich.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass der Geldumsatz hier im Land im Moment enorm ist. Auch wir bei der WHH setzen Drittmittel in großen Summen um. Das erfordert viel administrativen Aufwand, wenn sichergestellt werden soll, dass alle Gelder dort verwendet werden, wo sie im Kampf gegen Ebola auch tatsächlich gebraucht werden, und ist einer der Gründe, warum ich eine 7-Tage-Woche habe. Ich kann nur darüber spekulieren, wie die weitaus größeren Summen, die als direkte Hilfe von ausländischen Regierungen an die Sierra Leonische Regierung gegeben werden, verwaltet werden. Zahlreiche Vertreter von Lokalregierungen haben im Kampf gegen Ebola Doppelrollen angenommen: Obwohl sie nach wie vor für die Regierung arbeiten, sichern sie sich regelmäßig Verträge als Consultants oder ähnliches für internationale NGOs und sonstige Hilfsorganisationen. Wie das zeitlich umzusetzen ist, ist fraglich und es muss wohl damit gerechnet werden, dass ihre tatsächlichen Aufgaben in der Zeit auf der Strecke bleiben.

Was mir aber wirklich Sorgen macht ist nicht das Geld, das möglicherweise in den falschen Taschen hängen bleibt. Besorgniserregend finde ich die „lessons learnt“, nämlich dass man mit einer medizinischen humanitären Katastrophe gutes Taschengeld verdienen kann. Unter solchen Umständen stellt sich eine zentrale Frage: Hat wirklich jeder hier ein ehrliches Interesse daran, Ebola zu beenden?

Julia Broska

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Despite Ebola: Schools re-open in Sierra Leone

On the 14th April, schools reopened in Sierra Leone. For the first time since I arrived in November I see on my way to work lots of children in colourful school uniforms on the streets. According to the media it’s 1.7 million children countrywide, approximately 35% of the population.

I chatted a bit with my national colleagues, almost all of them are parents themselves, to find out how the “Ebola-safe” school opening is organized. Three staff member, mostly cleaners or guards, were trained to measure the temperature of the children and how to mix the chlorine solution for hand washing. Every morning they follow the same procedure as at our office door: Thermometer ready and hands under water.

SchulePrimary school in John Obey.

In case a child is found to have a high body temperature, it is moved to a special isolation room. If the state of the child is not getting better, the school will contact the Ebola emergency line 117. Until the present day, that was luckily never necessary. I heard in Makeni, the capital city of the province Bombali, they had to isolate 2 children. However, soon it turned out that they were harmless.

Usually the school year in Sierra Leone started in September and went until June / July. In the rainy season they had holidays. Considering that 2/3 of the school year already passed the government “moved” the school year from April to December. At least that’s what I heard. The government further announced that there will be no tuition fees for the next 2 years – as an incentive to make sure that all children are indeed going back to school. I just hope this decision doesn’t mean less or lower salaries to teachers or less equipment for schools…

Of course I also asked my colleagues if their children were looking forward to go to school again: All of them answered with a clear YES. They said their children found it extremely boring to sit at home. Understandable, after 8 months in a row.

Welthungerhilfe supported the re-opening of schools in Freetown with the provision of hand wash stations, chlorine and soap.

 

Julia Broska

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Trotz Ebola: Schulen öffnen wieder

Seit dem 14. April haben die Schulen in Sierra Leone wieder geöffnet. Zum ersten Mal seit meiner Einreise im November sehe ich haufenweise Kinder in Schuluniformen – grüne, blaue, gelbe – auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit. Landesweit sind es laut Medienberichten 1,7 Millionen – also ca. 35% der Bevölkerung.

Ich habe mich ein bisschen mit meinen nationalen Kollegen unterhalten, die fast alle Eltern sind, um herauszufinden, wie genau der „Ebola-sichere“ Schulbesuch abgewickelt wird. Pro Schule wurden 3 Personen – meist Hilfspersonal wie Reinigungskräfte oder Wächter – darin geschult, die Temperatur zu messen und Chlorlösung für’s Händewaschen fertig zu mischen. Jeden Morgen gibt es also dieselbe Prozedur wie an unserer Büropforte: Thermometer an die Schläfe und Hände unters Wasser.

SchuleGrundschul-Eingang in John Obey.

Wenn ein Kind mit einer erhöhten Temperatur gemessen wird, kommt es in einen speziellen Isolations-Raum zur Beobachtung. Erhärtet sich der Verdacht auf Ebola, wird der Ebola-Notruf 117 gerufen. Bisher kam das allerdings noch nicht vor, was ein sehr gutes Zeichen ist. Ich habe gehört, dass es in Makeni (der Provinzhauptstadt von Bombali) 2 Isolations-Fälle gab, die sich dann allerdings glücklicherweise bald als harmlos herausgestellt haben.

Eigentlich geht das Schuljahr in Sierra Leone von September bis ca. Juni / Juli. In der Regenzeit sind Ferien. Da jetzt aber ca. 2/3 des Schuljahres bereits ausgefallen sind, wurde, zumindest wurde mir das so erzählt, das Schuljahr jetzt verschoben. Es soll von April bis Dezember dauern. Außerdem hat die Regierung verkündet, dass für 2 Jahre die Schulgebühren ausgesetzt werden sollen – als Anreiz, damit wirklich alle Kinder wieder zurück zur Schule gehen. Ich hoffe, diese Entscheidung geht nicht zu Lasten von Zahl oder Höhe der Lehrer-Gehälter oder der Schulausstattung…

Natürlich habe ich meine Kollegen auch gefragt, ob sich ihre Kinder auf die Schule gefreut haben: Alle haben mir ein klares JA geantwortet. Ihren Kindern sei es zuhause wahnsinnig langweilig gewesen. Verständlich, nach fast 8 Monaten zuhause.

Die Welthungerhilfe hat die Wiedereröffnung der Schulen in Freetown mit der Bereitstellung von Handwaschstationen, Chlor und Seife unterstützt.

Julia Broska

Julia arbeitet für die Welthungerhilfe im Projektmanagement in Sierra Leone. Sie beschreibt in diesem Blog ihre persönlichen Eindrücke. Ihre Meinung muss sich nicht mit der der Welthungerhilfe decken. Bevor Julia nach Sierra Leone kam war sie in Nord Korea im Einsatz. Sie schreibt auch Artikel für den offiziellen Blog der Welthungerhilfe

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